Wirtschaft Das Berufsbild des Optikers hat sich sehr gewandelt

Saarlouis · Der Familienbetrieb Optik Kade in der Saarlouiser Bibelstraße feiert 50-jähriges Bestehen. Vieles am Beruf hat sich verändert.

Jörg, Inge und Ingo Kade (von links) feiern in diesem Jahr zusammen mit ihren Kunden das 50 Jährige ihres Optik-Fachbetriebes.

Jörg, Inge und Ingo Kade (von links) feiern in diesem Jahr zusammen mit ihren Kunden das 50 Jährige ihres Optik-Fachbetriebes.

Foto: Oliver Morguet

Seit 50 Jahren ist Optik Kade in Saarlouis eine Anlaufstelle. Vieles am Berufsbild des Optikers hat sich in dem halben Jahrhundert verändert: „Der Beruf des Augenoptikers ist heute ein viel weiteres Tätigkeitsfeld als zu der Zeit, als ich angefangen habe“, meint Jörg Kade im Rückblick. Der heute 79-Jährige, der das Geschäft am 3. November 1973 eröffnet hatte, habe 1961 seine Ausbildung begonnen, verfügt also über 62 Jahre Berufserfahrung. 1970 legte er erfolgreich die Meisterprüfung ab und erhielt dafür 2020 den Goldenen Meisterbrief.

„Eine der größten Veränderungen war, dass die Brillenglasbestimmung früher ausschließlich durch den Augenarzt vorgenommen wurde, heute aber meist vom Optiker gemacht wird. Dazu tragen vor allem die immer neuen Untersuchungsmethoden und -geräte bei, die sich rasant entwickelt haben, aber auch innovative neue Schleiftechniken und immer neue Materialien für Gläser, Fassungen und Linsen.“

„Ein großer Einschnitt war auch der Wegfall der Kassenbrillen gewesen, die früher von den Kassen bezahlt wurden, während heute die Kunden die Kosten größtenteils selbst tragen müssen“, erinnert sich Kade senior, der froh ist mit seinem Sohn Ingo einen Nachfolger aus der Familie gefunden zu haben.

Ingo Kade begann seine Ausbildung 2003, legte 2008 die Meisterprüfung ab. Gelernt hat er übrigens nicht beim Vater, sondern bei dessen bestem Freund aus der Berufsschule, Ingo Jenal, in St. Arnual. „Wir beide haben uns so gut verstanden, dass ich ihm versprochen habe, meinen ersten Sohn nach ihm zu nennen“, erzählt Jörg Kade mit einem Augenzwinkern. Der Senior hatte sich auch viele Jahre im Berufsverband engagiert und war dafür mit der Ehrennadel in Gold des Südwestdeutschen Augenoptikerverbandes und der Ehrennadel in Bronze des Zentralverbandes der Augenoptiker ausgezeichnet worden.

Auch wenn er das Rentenalter eigentlich längst erreicht habe, denkt Jörg Kade noch nicht ans Aufhören und steht seinem Sohn noch immer mit Rat und Tat zur Seite: „Vor allem liegen mir die langjährigen Kunden am Herzen, zu den meisten habe ich ein gutes, fast freundschaftliches Verhältnis, und viele wollen auch explizit von mir betreut werden“, meint er stolz.

Unterstützt wurde Jörg Kade in all den Jahren von seiner Frau Inge. Optik Kade war am 3. November 1973 in der Weißkreuzstraße eröffnet worden. 1976 erfolgte der Umzug an den heutigen Standort in der Bibelstraße, und es gibt wohl niemanden, der öfter in Saarlouis ist und das markante Ladenlokal mit den weißen Rundbögen und den großen Emaille-Kacheln darüber nicht kennt. Beim Erwerb des Hauses hatte sich Kade mit dem Augenarzt Dr. Kratz zusammengetan. „Die Kacheln sind eine Sonderanfertigung und heute so nicht mehr zu bekommen“, weiß Sohn Ingo. Zeitweise wurden auch Filialen in Dillingen und später in Merzig betrieben, die heute aber nicht mehr bestehen.

Das Jubiläum wird noch bis Ende des Jahres mit Sonderaktionen gefeiert. Dazu gehören kostenlose dreidimensionale Sehtests ohne Termin, 50 Prozent Preisnachlass auf Sonnenbrillen sowie Sonderangebote bei Einstärken- und Gleitsichtgläsern.

Kontakt: Optik Kade GmbH, Bibelstraße 2, 66740 Saarlouis, Telefon (0 68 31) 4 24 24, E-Mail optik-kade-saarlouis@t-online.de. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 14 Uhr.