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Oktoberfest und Kreisschützentag
Vom Boden geht’s schnell auf die Bänke

Lautstarke Musik sorgte für tolle Stimmung beim Oktoberfest in Saarlouis.
Lautstarke Musik sorgte für tolle Stimmung beim Oktoberfest in Saarlouis. FOTO: Johannes A. Bodwing
Saarlouis. Beim Oktoberfest in Saarlouis wurde im Festzelt zünftig gefeiert. Auch der Umzug des Schützenkreises lockte viele Besucher an. Von Johannes Bodwing

Warm wie im Sommer und schäumende Laune wie am Urlaubsstrand. Ein Wochenende lang war das Festzelt auf dem Großen Markt von Saarlouis ein Zentrum ausgelassener Stimmung beim 49. Pieper-Oktoberfest. Ein Jahr vor der Jubiläumsausgabe startete das Festprogramm mit zünftigen Fassanstich am Freitagabend.


„Voll“, sagte Veranstalter Armin Reichelt zur Besucherzahl am ersten Tag im Zelt. „Es ist immer ausverkauft.“ Etwa 3500 Menschen fasse die Saarlouiser Wies’n auf Holzboden unter breiten Stoffbahnen in Grün und Weiß. Und das Publikum war auch am Samstagabend wie auf Knopfdruck ab 20 Uhr unter Strom. Davor war es ein bisschen wie Silvester. Musik von CD lief im Hintergrund, helle Lampen sorgten für gute Beleuchtung, und bei Getränken oder Speisen wurde gewartet, dass der Zeiger auf 20 Uhr springt. Die Ersten standen schon einige Zeit früher auf den Bänken. Doch als das helle Licht dann schließlich ausging und die Band mit ihrem Programm loslegte, stiegen Hunderte Besucher vom Holzboden auf die nächste Ebene hoch.

„Wir sind zum ersten Mal in Saarlouis“, hatte Michael Bichlmeier, Bandleader von SOS-Partyalarm, gesagt. Zur Frage, wie sie das Publikum auf Touren bringen, meinte er nach einem kurzen Blick aus dem Musikerbereich: „Das Zelt ist voll. Das wird heute kein Problem für uns.“ Mit fünf Musikern und einer Sängerin zündete der Partyalarm mit den ersten Takten die Stimmung im Festzelt. „Bayerisch und Rock“, hatte Bichlmeier als Musikstile versprochen. Alles, was Laune macht, kam dann aus den Lautsprechern. Darunter Hits von ABBA, Schlager von Helene Fischer und Gassenhauer der Spider-Murphy-Gang. Dazu tanzten Festgäste neben der breiten Bühne und zwischen Tischreihen und sangen die bekannten Refrains mit.



Während das Publikum sorglos feierte, waren rund 70 Helfer im schwül-warmen Zelt im Einsatz. An meterlangen Theken wurden die Maß gezapft, im Küchenbereich kamen dicke Haxen auf die Teller, Knödel und Kraut, und in Bars an den Zeltseiten wurden Cocktails gemixt. Bedienungen hielten sprichwörtlich den Nachschub im Laufen. Fast jeder von ihnen mit Turnschuhen an den Füßen. Einer davon war Eric aus Augsburg, der mit einem großen Tablett auf der Schulter zu den Tischen eilte. „Mit Essen und allem drauf“, überlegte er kurz, „sind das so 30 bis 35 Kilo.“ Am Sonntag ging das Pieper-Oktoberfest in die letzte Runde. Dazu gehörten verkaufsoffene Geschäfte und als spezieller Programmpunkt der 56. Kreisschützentag.

Zu dessen Auftakt hieß es: zuerst die Ohren zuhalten. Dann donnerten an der alten Schleusenbrücke 14 Böllerschüsse. Gegen 14 Uhr startete der Festzug von Höhe des Stadtgartens zum Großen Markt. Etwa 350 Schützen zogen durch die mit Zuschauern gesäumte Deutsche Straße zum Festzelt. An der Spitze der Musikverein Fremersdorf, gegen Schluss folgte der Fanfarenzug Ensdorf. Dazwischen 20 Vereinsfahnen sowie Schützenkönige und -königinnen. Insgesamt nahmen 28 Vereine teil.

Seit etwa zehn Jahren bildet das Oktoberfest in Saarlouis den Rahmen für diese Feier des Schützenkreises Saarlouis-Merzig. Der entstand 2015 aus den Schützenkreisen der beiden Landkreise. Feierlich wurden später die Fahnen durchs Zelt getragen und schließlich auf der Bühne aufgestellt. „Wir sind ein Schützenkreis“, sagte Kreisschützenmeister Walter Follmann zur Begrüßung im Festzelt. Zusammengekommen seien sie, „um unser Brauchtum hier zu feiern“. Mit 4200 Mitgliedern „ist es der mitgliederstärkste Schützenkreis im Saarland“, sagte Oberbürgermeister und Schirmherr Peter Demmer. Die Schützen „vereinen perfekt Sportlichkeit und Tradition“, äußerte sich Frank Wagner als Vertreter des Landkreises Merzig-Wadern. Zum Zusammenschluss der Schützenkreise sagte er: „Wir sind stolz darauf, dass sie den Anfang gemacht haben bei der interkommunalen Zusammenarbeit.“

Gegen 15 Uhr kamen die Majestäten für das kommende Schützenjahr in Amt und Würden. Mit dabei waren die Oberschützenmeister Reinhold Heinen und Birgit Kühn. Zum neuen Königshaus des Schützenkreises Saarlouis-Merzig gehört das Kreisprinzenpaar mit Celine Mosell, Schützenverein Tell Dillingen-Pachten, und Leon Thieser, St. Hubertus Saarhölzbach. Das Seniorenkönigspaar sind Andrea Jung, Tell Dillingen-Pachten, sowie Udo Schmitt, Hubertus Wadgassen. Den Königstitel erlangten zwei, die auch privat ein Paar sind: Christina und Thomas Plewka von der Schützengemeinschaft Rehlingen-Siersburg.

Jede Menge leckeren Nachschub für hungrige Besucher hatte Eric aus Augsburg auf der Schulter.
Jede Menge leckeren Nachschub für hungrige Besucher hatte Eric aus Augsburg auf der Schulter. FOTO: Johannes A. Bodwing
Das neue Kreisschützenhaus präsentiert sich mit Königs- und Prinzenpaar, Pagen, Rittern und Hofdamen.
Das neue Kreisschützenhaus präsentiert sich mit Königs- und Prinzenpaar, Pagen, Rittern und Hofdamen. FOTO: Johannes A. Bodwing
Der Festzug beim Kreis-Schützentag ging Zum Großen Markt in Saarlouis.
Der Festzug beim Kreis-Schützentag ging Zum Großen Markt in Saarlouis. FOTO: Johannes A. Bodwing