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Notbetreuung an Grundschulen im Kreis Saarlouis eher wenig nachgefragt

Notbetreuung im Kreis Saarlouis : „Für die Kinder ist es wirklich schwierig, auf Abstand zu bleiben“

Wie der Alltag der Kinder in der Notbetreuung an Grundschulen aussieht, schildern zwei Schulleiterinnen.

Wie viele Grundschüler derzeit in die Notbetreuung gehen, ist schwierig zu erfassen: Denn dies regeln die jeweiligen Schulträger, also die 13 Kommunen im Kreis Saarlouis, und die Zahl ändert sich täglich. Eine Nachfrage bei den drei Städten Lebach, Saarlouis und Dillingen als größte Schulträger ergab, dass wie im Rest vom Saarland, die Nachfrage nach Notbetreuungsplätzen im Schulbereich nicht besonders hoch ist. In Lebach werden an zwei von vier Grundschulen Kinder betreut: neun am Standort Lebach und fünf in der Grundschule Landsweiler, teilt die Stadt mit. „Die Vergabe der Plätze erfolgt streng nach den vorgegebenen Kriterien. Dies wird aufgrund der dynamischen Lage auch immer wieder überprüft und angepasst“, heißt es weiter.

In Dillingen findet derzeit eine Notbetreuung an allen vier Grundschulen statt, teilt die Stadt mit. Jeweils ein Grundschullehrer und eine Fachkraft der Freiwilligen Ganztagsschule wechseln sich dabei als Betreuer ab.  Folgende Betreuung ist derzeit von Eltern beantragt: an der Odilienschule für vier Kinder, an der Primsschule    Diefflen für fünf, an der Römerschule Pachten für fünf und an der Philipp-Schmitt-Schule für vier Kinder. „Es gab aber auch schon Tage, da gab es keine Betreuung“, berichtet Heike Theobald, Sprecherin der Stadt.

„Wir werden derzeit alle auf die Probe gestellt“, fasst die Rektorin der Philipp-Schmitt-Schule, Denise Hirschauer: In der ersten Woche nach der plötzlichen Schließung der Schulen mussten die Lehrer erstmal bei Eltern abfragen, ob sie Laptop, Drucker und andere Technik zu Hause haben, um dahingehend die Arbeitspläne für die Kinder zu erstellen, berichtet sie. Auch in der Notbetreuung wird jeden Tag an den Schulaufgaben gearbeitet: „Am Morgen eine Stunde, dann geht es raus auf den Schulhof bei dem schönen Wetter, dann arbeiten wir nochmal eine Stunde.“ Für den Nachmittag überlegen sich die Betreuer Spiele, die Kinder dürfen auch mal einen Film sehen, berichtet Hirschauer. Zwar verstünden die Grundschüler, dass im Moment durch Corona alles anders ist, weiß Hirschauer: „Aber für die Kinder ist es wirklich schwierig, auf Abstand zu bleiben.“ Bei vier Kindern sei es noch gut möglich, sie beim Arbeiten oder Essen auseinanderzusetzen; beim Brettspiel schon nicht mehr. Also bleibt den Betreuern nur, immer wieder an Hygiene und Distanz zu erinnern. „Wir haben zum Beispiel für jedes Kind ein eigenes Paket mit Malkreide gepackt, damit nicht untereinander ausgetauscht wird“, erzählt die Schulleiterin. Das Essen wird nun in der Schule selbst gekocht statt angeliefert. Ansonsten läuft der Alltag möglichst normal ab, betont sie: „In der ersten Woche haben wir schon viel mit den Kindern über die Situation geredet, nun ist es kaum noch Thema.“

Änliches berichtet Petra Gitzinger, Leiterin der Grundschule Vogelsang in Saarlouis: „Die Kinder werden schon ermahnt, Abstand zu halten – aber eigentlich ist das kaum zu machen.“ In ihrer Notbetreuung sind derzeit sieben Kinder in zwei Gruppen, die sich nicht begegnen dürfen, etwa auf dem Schulhof, um die Ansteckungsgefahr gering zu halten. „Wir haben anfangs versucht, Freunde zusammenzubringen, aber es gelingt nicht immer“, sagt Gitzinger. Betreut wird von 7.30 bis 16 Uhr. „Die Kinder dürfen ihre Schularbeiten erledigen, aber wir leisten keine Förderarbeit.“ Darüber hinaus machen die Betreuer Angebote zum Spielen oder Basteln. „Die erste Woche war für alle noch schön“, sagt sie, „aber die Situation ist auch für die Kinder nicht immer einfach.“ Sie stellt fest, dass die Nachfrage nach der Notbetreuung bisher gering ist: „Die Eltern versuchen, wenn es irgendwie geht, es anders zu regeln.“

In der Kreisstadt Saarlouis gibt es derzeit Notbetreuung an vier der fünf Grundschulen. Für Steinrausch liegt bislang kein Antrag vor, berichtet Sascha Schmidt, Sprecher der Stadt. „Generell variieren die Zahlen täglich, da einzelne Eltern nicht jeden Tag eine Betreuung benötigen.“ So ist etwa in der Grundschule Lisdorf ein Fall genehmigt, dieser wird allerdings nur an manchen Tagen gebraucht. Ob Eltern die Notbetreuung in Anspruch nehmen dürfen, werde immer im Einzelfall nach den Vorgaben des Bildungsministeriums entschieden.