Nichts für Sensibelchen

Saarlouis/St. Wendel. Viele Jahre im musikalischen Untergrund haben Spuren hinterlassen. Was die Saarlouiser Doom-Metal-Band No Hope - sozusagen als brodelndes Destillat der wechselvollen und nicht immer aufbauenden Bandgeschichte - auf ihren jüngsten Silberling "Big Block Damnation" gewuchtet hat, ist jedenfalls beeindruckend

Saarlouis/St. Wendel. Viele Jahre im musikalischen Untergrund haben Spuren hinterlassen. Was die Saarlouiser Doom-Metal-Band No Hope - sozusagen als brodelndes Destillat der wechselvollen und nicht immer aufbauenden Bandgeschichte - auf ihren jüngsten Silberling "Big Block Damnation" gewuchtet hat, ist jedenfalls beeindruckend. Tonnenschwere, düstere Soundwände türmen sich auf, wie eine Dampfwalze planieren No Hope alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Nichts für Sensibelchen. Diese eigenständige Mischung aus Hoffnungslosigkeit und Aggression ist alles andere als leicht verdaulich und zieht mächtig runter. Doom, zu Deutsch "Untergang", at it's best. Vier Songs, an denen die Band gut zwei Jahre geschraubt hat, verteilen sich auf eine Spielzeit von knapp 30 Minuten. Da bleibt nur, die Scheibe umgehend wieder rotieren zu lassen und sich auf die nächste Veröffentlichung zu freuen. Was allerdings bei No Hope dauern kann. Tempo ist im Doom-Metal bekanntlich nicht angesagt. Die CD wurde im Locost Studio in Bous, das Jochen Klose gehört, eingespielt. Mit dem gefundenen Sound dürften No Hope sehr zufrieden sein. Und wohl dem, der "Big Block Damnation" auf der heimischen Anlage richtig aufdrehen kann. Für den Sound sind verantwortlich: Alexander Schon (Schlagzeug, Gesang), der seit Gründung der Band im Jahr 1993 dabei ist, Christian Weiler (Gitarre), Jochen Klose (Gitarre) und Christian Leidinger (Bass, Gesang). Es gibt noch ein regionales Schmankerl: Die neue Scheibe ziert ein Bild der Völklinger Hütte unter bedrohlich düsteren Wolken. Das sitzt! Wer die Band am morgigen Samstag, 27. Februar, live im Rocker Billys Cage in Überherrn erleben wollte, wird leider leer ausgehen. Das Konzert wurde abgesagt. Rohrbruch im Club, keine Heizung, kein fließendes Wasser, wie Jochen Klose berichtet. Und außerdem hat sich die Band aufgelöst, die mit No Hope auftreten sollte. Wie viel Hoffnung bleibt da noch?Weitere Informationen: Jochen Klose, Bornwiesstraße 13, 66359 Bous, Telefon (0 15 77) 1 94 52 66.