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Auf dem Weg
Nicht zwischen die Ritzen fallen lassen

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Vom Sachverstand der Kollegen kann nur profitieren, wer welche hat. Das ist ein fettes Argument dafür, bestimmte kommunale Aufgaben aus manchmal winzigen Amtsstuben in größere, gemeinsame, zu verlegen. Auch wenn dann ein bisschen örtliche Heimeligkeit verloren geht. Es ist abzuwägen, zum Beispiel bei Vollstreckungsbeamten (Gerichtsvollziehern). Die würden weitere Wege fahren, und bei ihnen steht der Vorteil, die Klientel gut zu kennen, gegen den Nachteil, sie gut zu kennen. Eindeutig sinnvoll gemeinsam aber könnten die Kommunen den Übergang in die digitale Verwaltung regeln – damit nicht jeder Ort seine, übertragen gesagt, eigene (elektronische) Amtssprache hat.

Man muss jetzt diskutieren, was den Verwaltungsmitarbeitern und den Bürgern wirklich was bringt.



IKZ, die interkommunale Zusammenarbeit, ist jedenfalls keine Kommunalreform auf Samtpfoten. Gerade nicht, denn sie soll die einzelnen Kommunen stärken, damit sie ihren gesetzlichen Auftrag optimal erfüllen können. Doch es steckt Zündstoff drin. Partei kann da gegen Partei stehen, Kommune gegen Kommune, Ratsmehrheit einer Kommune gegen den Bürgermeister. Wer gibt was ab? Wer bekommt etwas? Wer spart wie viel? Wer geht mit wem?

Es wär bittertraurig, wenn das richtige Anliegen der IKZ zwischen die politischen Ritzen fallen sollte. Es wäre bitter, wenn es dann hieße: Sie können es eben nicht in ihrem Klein-Klein – also doch gleich ganz zentralsieren, beim Kreis, beim Land oder mit einer Kommunalreform.