Neue Bürgerinitiative gegen Lisdorfer Berg in Saarlouis

Kostenpflichtiger Inhalt: Lisdorfer Berg in Saarlouis : Neue Bürgerinitiative will Erweiterung stoppen

Die westliche Seite des Lisdorfer Berges soll bleiben, wie sie ist, fordern Bürger. Sie fürchten unter anderem sinkende Immobilienwerte, falls das Gelände Industriegebiet wird. Und sie sorgen sich um die Frischluftzufuhr für die Stadt.

Bislang bestehen nur Absichtserklärungen, auf dem Lisdorfer Berg auch die zweite Seite als Industrie- und Gewerbegebiet zu erschließen. Doch schon jetzt bildet sich eine Bürgerinitiative Lisdorfer Berg  (BLB), die gegen jede weitere Bebauung der Fläche ist. Bislang äußern sich vier Saarlouiser Bürger als Sprecher, „es stehen noch mehr hinter uns“. In einer ersten Versammlung wollen die Initiatioren schauen, ob noch mehr Bürgerinnen und Bürger vor allem  aus den Stadtteilen Beaumarais, Picard und Neufworweiler gegen den Ausbau des Industriegebietes sind.

Der Lisdorfer Berg wird als größtes zusammenhängendes neu erschlossenes Industrie in Südwestdeutschland vermarktet. Vielmehr: wurde. Denn nach der Ansiedlung des Küchenherstellers nobilia ist kaum noch Fläche frei. Die Landesregierung und vor Ort vor allem OB Peter Demmer und die SPD haben sich klar dafür ausgesprochen, nach der Fläche links der Bundesstraße B 269 neu (von Saarlouis aus gesehen) nun auch die Fläche rechts der Bundesstraße  zu erschließen.

Der aktuelle Flächennutzungsplan erlaubt eine solche Erweiterung. Viele  Politiker halten sie seit der Reduktion des Dreischichtbetriebes beim großen Arbeitgeber Ford auf zwei Schichten für umso dringlicher.

Der neue Stadtrat muss sich zu dem Thema erst noch positionieren. Darüber sprechen vor allem CDU und Grüne, die das Mega-Thema weder raushalten können noch wollen, wenn sie ihre Zusammenarbeit um weitere fünf Jahre verlängern wollen. Alle Beteiligten warten auch auf ein Gutachten, das auf Betreiben der Grünen in Auftrag gegeben wurde. Es soll vor allem aufzeigen, ob sich die Umwandlung der Äcker, Wiesen und Waldflächen auf das Klima in der Stadt auswirkt, vor allem auf die Temperatur.

Die BLB-Initiatoren stützen sich auf frühere Gutachten. BLB hat zwei Hauptstoßrichtungen, die sie unter die Überschrift packen „Die Wohn- und Lebensqualität in ganz Saarlouis wird beeinträchtigt.“ Die Initiative befürchtet zum einen den Verlust der Frischluftschneise Richtung Innenstadt. „Das wird vor dem Hintergrund des Klimawandels noch dringlicher“, unterstreichen Dr. Claus Grimm, Karl-Heinz Meunier, Eva Thomas und Wolfgang Weingärtner.

Ausgleichsflächen in Saarlouis selbst fehlten, landwirtschaftliche Flächen fielen weg, ebenso Errholungsflächen, argumentieren die Erweiterungs-Gegner. Neuer Lärm werde an die Bebauung von Neuforweiler, Picard und Beauramarais rücken.

Die Ableitung von Schmutzwasser müsse über neue Entwässrungskonzepte erfolgen, die Millionen Euro kosteten, heißt es. Kurzum, zum anderen: „Die Gefahr ist groß, dass die Grundstückswerte in den angrenzenden Stadtteilen sinken.“

Zur modernen Stadtentwicklung, unterstreichen die vier Sprecher, gehörten „auch ausreichende Freiräume“. Sie erinnern zugleich daran, „dass es bessere Alternativen als Ansiedlungsflächen gibt, wie zum Beispiel das Kraftwerksgelände“.

DIe Initiative informiert am Mittwoch, 7. August, 19.30 Uhr, im Gasthaus Zur Linde, Überherrner Straße 2.

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