Ministerin zu Besuch bei Vogelschützern Der Schutz der Vögel ist nur eine Aufgabe der Station in Lisdorf

Lisdorf · Seit mittlerweile 24 Jahren sammelt das Team der Beringungsstation „Mittleres Saartal“ in Lisdorf Daten über Zugvögel. „Dank der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben wir inzwischen unschätzbare Informationen über die Zugwege der Vögel nach Afrika oder die Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete“, sagte die saarländische Umweltministerin Petra Berg, als sie kürzlich zu Besuch war.

 Petra Berg und Vogelexperte Sebastian Kiepsch

Petra Berg und Vogelexperte Sebastian Kiepsch

Foto: Jasmin Alt

„Die wissenschaftliche Arbeit der Vogelkenner in der Beringungsstation, die zu den größten in Deutschland zählt, ist nicht zu unterschätzen.“ Auch habe die Beringungsstation eine wichtige Bedeutung für die Umweltbildung vor allem von Kindern und Jugendlichen. „Ganze Schulklassen kommen hierher und erfahren viel über die gefiederten Freunde“, sagte Berg weiter.

Seit 2008 ist der Nabu Saarland Träger der Station, wie das Umweltministerium in seiner Mitteilung schreibt. Rund zehn ehrenamtlich Aktive sind vor Ort im Einsatz. Seit diesem Jahr ist die Lisdorfer Einrichtung in eine neue Organisationsstruktur eingebunden. Sie übernimmt als „saarländische Kompetenzstelle für Vogelschutz“ künftig auch zentrale, nichtbehördliche Fachaufgaben der ehemaligen Vogelschutzwarte der Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie der Stadt Frankfurt, die im vergangenen Jahr aufgelöst wurde. Zu diesen Aufgaben gehören nach Worten des Ministeriums unter anderem Monitoring, Artenhilfsprogramme und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Kompetenzstelle wird federführend vom Nabu-Landesverband in enger Zusammenarbeit mit dem Ornithologischen Beobachterring Saar (OBS) betrieben. Der Nabu übernehme mit dem OBS und mit Unterstützung des Landes „wichtige fachliche und für das Land unverzichtbare Aufgaben im Bereich Vogelschutz“, betonte Berg. Diese Zusammenarbeit zwischen nichtstaatlichen Organisationen und Land sei „in dieser Form exemplarisch im Bundesgebiet“.

Die behördlich-administrativen Leistungen der ehemaligen Vogelschutzwarte in Frankfurt werde ein Ornithologe beziehungsweise eine Ornithologin im Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) übernehmen. Die Stellenausschreibung im LUA sei im Gange. Für die Aufgaben der früheren Vogelschutzwarte sowie der Beringungsstation seien für dieses Jahr im Landeshaushalt 120 000 Euro eingestellt.

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