Nette Deutsche, frohe Polen

Überherrn. Rollkoffer rattern über den Zugang zum Hotel des Linslerhofes. Es wird Polnisch geredet, dazwischen auch mal deutsche Sätze. Dann steht die 15-köpfige Delegation im Foyer zum Einchecken. Am Dienstagmorgen waren sie gegen elf Uhr im Landkreis Bochnia aufgebrochen. Das liegt im Süden Polens, etwa 40 Kilometer östlich von Krakau

Überherrn. Rollkoffer rattern über den Zugang zum Hotel des Linslerhofes. Es wird Polnisch geredet, dazwischen auch mal deutsche Sätze. Dann steht die 15-köpfige Delegation im Foyer zum Einchecken. Am Dienstagmorgen waren sie gegen elf Uhr im Landkreis Bochnia aufgebrochen. Das liegt im Süden Polens, etwa 40 Kilometer östlich von Krakau.Mit Landrat Jacek Pajak kamen Vertreter von Verwaltung, Sozialem, Kultur, Wirtschaft, Feuerwehr und Polizei. Anlass ist die Feier zum zehnjährigen Bestehen der Partnerschaft mit dem Landkreis Saarlouis. Zum zweiten Mal sei er in Saarlouis, ließ Pajak von Dolmetscherin Kinga Struzik übersetzen. Aufgefallen sei ihm dabei, dass die Deutschen zumindest in Saarlouis nicht so seien, wie es in Polen oftmals gesehen werde. Statt distanziert und streng seien die Menschen hier warmherzig und freundschaftlich.

Eine herzliche Umarmung hier, ein Küsschen dort, und die Freude über so manches Wiedersehen prägte denn auch den ganzen Abend über die Sprachbarrieren hinweg. Großes Hallo gab's dann auf dem Weg zum Restaurant des Linslerhofes. Überraschend war die ehemalige Landrätin Monika Bachmann angereist. Sie hatte im Juli eine zwölfköpfige Saarlouiser Delegation nach Bochnia geführt.

Beide Seiten sehen diese Partnerschaft als Erfolgsgeschichte. Es gebe Kontakte und Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Bildung, Gesundheit, Soziales, Jugend und Familie, Sport sowie Tourismus und Wirtschaft. Zudem bestehen Partnerschaften zwischen Schulen des Landkreises Saarlouis und Bochnia.

"Weiter vertiefen", werde man die Partnerschaft, sagte der Kreisbeigeordnete Stefan Rech beim Empfang am Dienstag. Mit dabei war der Vorsitzende des Saarlouiser Partnerschaftsvereins, Horst Ziegler. Überherrns Bürgermeister Bernd Gillo verwies auf ein Europa ohne Grenzen als gute Voraussetzung für das Zusammenleben der Nationen. Und lud für Freitag zum Besuch der Teufelsburg ein.

Dieser Termin ist Teil eines strammen Programms. Dazu gehört der Besuch sozialer Einrichtungen, von Unternehmen und Sehenswürdigkeiten. Am Mittwochabend stand ein Empfang mit dem Partnerschaftsverein auf dem Programm, am Freitag ist die Partnerschaftsfeier im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes.

Meinung

Nicht zu

unterschätzen

Von SZ-RedakteurMathias Winters

Alles ist irgendwie selbstverständlich geworden. Keine Grenzkontrollen mehr, auch wenn die Dänen zwischendurch mal wieder dran denken, Jumelage in alle Himmelsrichtungen und - historisch gesehen auf diese Dauer eben doch bemerkenswert - Frieden.

Partnerschaft, ja sogar Freundschaft zwischen Deutschen und Franzosen überrascht niemanden mehr. Freundschaftliche Bande von hier bis Polen schon eher. Zehn Jahre zeigen aber Normalität. Die geografische und die geschichtlich-kulturelle Distanz werden in regem Austausch überbrückt.

Auf zehn Jahre Partnerschaft blicken die Landkreise Saarlouis und Bochnia bei ihrem Treffen zurück. Foto: Johannes A. Bodwing.

Fein, dass das geglückt ist. Und im Wert für Europa und vor allem für die Menschen nicht zu unterschätzen.