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Treue alte Haushaltshelfer Haare trocknen mit nostalgischem Charme Mit der Wäscheschleuder trockneten Windeln im NuWer hat das älteste Fahrrad im Kreis Saarlouis?Küchenmaschine aus den 50ern funktioniert noch einwandfrei

Treue alte Haushaltshelfer Haare trocknen mit nostalgischem Charme Mit der Wäscheschleuder trockneten Windeln im NuWer hat das älteste Fahrrad im Kreis Saarlouis?Küchenmaschine aus den 50ern funktioniert noch einwandfrei

Schwalbach. Erstaunlich, wie viele alte Geräte seit Jahrzehnten und Generationen zuverlässig in den Haushalten im Landkreis Saarlouis brummen, häckseln, schwirren, schleudern: Vor allem Küchenmaschinen und Waschmaschinen wurden zu unserem Kreisrekord angemeldet

Schwalbach. Erstaunlich, wie viele alte Geräte seit Jahrzehnten und Generationen zuverlässig in den Haushalten im Landkreis Saarlouis brummen, häckseln, schwirren, schleudern: Vor allem Küchenmaschinen und Waschmaschinen wurden zu unserem Kreisrekord angemeldet. Gesucht war das älteste und noch funktionstüchtige Haushaltsgerät - aber keine Radios und Fernseher, denn die waren schon mal extra gesucht. Viele aus den 60er und 70er Jahren, aber ein paar echte Exoten aus den 50ern und noch älter waren dabei. Eine Auswahl davon stellt die SZ heute vor:Ein wenig ist ihm die Freude schon anzusehen, unserem Gewinner in Sachen Kreisrekord ältestes elektrisches Haushaltsgerät. "Ich habe mir schon gedacht, dass ich mit meinem Ventilator von 1913 ganz gut liegen könnte", erklärt Frank Werle. Und nicht nur mit diesem Vorzeigeobjekt, auch mit mehreren Haartrocknern, Toastern und einem Staubsauger hätte der 27 Jahre alte Student der Geschichte das Rennen gemacht.

Schon seit vielen Jahren sammelt er alte Haushaltsgeräte, als Nebenprodukt zu den Schreibmaschinen, wie er sagt. "Mit denen war ich im Alter von 14 Jahren schon einmal in der Saarbrücker Zeitung", erklärt er. Damals waren es 120, mittlerweile hat er gut 160 Modelle bis zum Baujahr 1940 zusammengetragen.

Da aber Schreibmaschinen immer seltener auf den Trödelmärkten wurden, hat er seine Sammelleidenschaft eben auf Haushaltsgeräte verlegt. "Sie waren nicht wie heute einfach ein Gebrauchsgegenstand. Wenn man sich näher damit beschäftigt, erzählen sie alle eine Geschichte, erzählen von der damaligen Mentalität", schwärmt er. Für den Fototermin zieht er dann sogar seine Mütze ab und lässt seine Haare wehen - im Wind des fast 100 Jahre alten Ventilators aus Gusseisen und Messing, wahrscheinlich von der italienischen Firma Marelli hergestellt. Dillingen. Ein "Sèche-Cheveaux" von Calor, zu deutsch: ein Fön, schlummert in einer Kiste auf dem Esstisch bei Irmgard Mathonneau aus Dillingen. "Und das gute Stück ist genauso alt wie ich", lächelt sie. Der Fön, damals noch mit Franken bezahlt, wurde zur Geburt von Töchterchen Irmgard 1955 angeschafft. Mathonneau weiß aus Erzählungen, dass in jenem kalten Winter sogar Eisblumen auf der Tapete wuchsen. Da hat ihre Mutter nach dem Bad der kleinen Tochter gerne die Haare gefönt. Später habe sie, die Tochter, dann lange Zöpfe getragen, und weiterhin kam der Calor zum Einsatz. "Das ist umso erstaunlicher, wenn man den Fön in die Hand nimmt. Der ist um ein Vielfaches schwerer, als man es heute gewöhnt ist", so die stolze Besitzerin. Und er funktioniert bis heute: nicht zuletzt auch, weil sich Ehemann Raymond als Elektromechaniker darum kümmert. Und für ihn käme es nicht infrage, so ein schönes altes Stück einfach zu entsorgen. cim

Kreis Saarlouis. Die Saarbrücker Zeitung sucht alle 14 Tage außergewöhnliche Rekordhalter für die Serie "Kreisrekord". Für den nächsten Serienteil suchen wir das älteste Fahrrad im Landkreis Saarlouis. Haben Sie noch einen richtig alten Drahtesel? Meldeschluss ist am Sonntag, 9. Oktober. nic

Adresse: Saarbrücker Zeitung, Redaktion Saarlouis, Adlerstraße 3, 66740 Saarlouis, oder melden Sie sich per Telefon (0 68 31) 9 49 84 55, per Fax (0 68 31) 9 49 84 59 oder per E-Mail: redsls@sz-sb.de.

Fürweiler. "Hier, fühlen Sie mal, die Handtücher sind trockener als nach jedem Schleudergang in einer modernen Waschmaschine", sagt Emilie Kiehn und zeigt zum Beweis die beiden eben noch tropfnassen Wäschestücke. Und wirklich, nach wenigen Sekunden in der Zanker-Wäscheschleuder, Baujahr 1958, ist das gesamte Wasser in der kleinen Wanne davor gelandet. Gekauft wurde das gute Stück damals, nachdem die Tochter geboren wurde, erinnert sich Emilie Kiehn. "Wir wohnten in einer kleinen Mietwohnung, es gab keine Waschmaschine. Also wurden die Windeln auf dem Herd gekocht, doch das Trocknen dauerte ewig. Diese Schleuder war damals eine große Erleichterung", sagt sie. Von der guten Qualität der Schleuder, aber auch eines fast gleich alten Mixers, den sie auch heute noch im Gebrauch hat, ist sie überzeugt. "Damals ist alles viel stabiler gewesen und hat auch viel länger gehalten." cim

Gisela Sauer und ihre Küchenmaschine aus den späten 50ern.
Emilie Kiehn kaufte die Wäscheschleuder, nachdem ihre Tochter geboren wurde.
Irmgard Mathonneau und ihr Calor, beide Jahrgang 1955.

Lebach. Die legendären Prilblumen sind leicht verblasst, doch die Küchenmaschine auf dem Tisch von Gisela Sauer macht ansonsten noch einen sehr robusten Eindruck. Mit den Möhren, die von der Hausfrau in die Bauknecht-Küchenmaschine aus den späten 50er Jahren gesteckt werden, haben weder Reibe noch Motor ein Problem. Wann genau das Gerät, ein Erbstück von ihrer Mutter angeschafft wurde, weiß sie nicht. Auf alle Fälle sei es vor der Geburt ihres Sohnes gewesen. Heute hat sie auch eine moderne Maschine zum Kuchenbacken. "Wenn die Enkelkinder kommen, werden die Kartoffeln für die Pfannkuchen noch in diesem Modell gerappt." cim