Narren erobern die Macht in den Gemeinden

Narren erobern die Macht in den Gemeinden

Nalbach. Nicht mal ein fulminanter Auftritt als Elvis Presley bewahrte Bürgermeister Patrik Lauer vor dem Kerker. Ohne Respekt vor dem künftigen Landrat des Landkreises Saarlouis entmachtete die närrische Nalbacher Streitmacht am Donnerstag ihren Amtschef

Nalbach. Nicht mal ein fulminanter Auftritt als Elvis Presley bewahrte Bürgermeister Patrik Lauer vor dem Kerker. Ohne Respekt vor dem künftigen Landrat des Landkreises Saarlouis entmachtete die närrische Nalbacher Streitmacht am Donnerstag ihren Amtschef. "Ich habe mein Volk acht Jahre lang geliebt", versuchte Lauer Mitleid bei den Angreifern zu wecken, "und meine Hand über sie gehalten. Lasst doch Gnade walten." Doch ein buntes Völkchen von Hippies, Gardemädchen und Faasendboozen folgte dem am Rathaus hängenden Motto "The King is Back Weg". Und zog mit dem gefangenen Bürgermeister zur weiteren Feier in die Litermonthalle. azWallerfangen. Siegessicher zogen die Wallerfanger Narren zum Rathaus und hatten nur eins im Sinn: Bürgermeister Günter Zahn so schnell wie möglich zu entmachten. Dieser hatte sich auf einem Piratenschiff in Sicherheit gebracht und die Vorsitzende des Karnevalsvereins "De Neimerder", Ruth Ackermann, als Geisel genommen. Doch all dies konnte das Narrenvolk nicht davon abbringen, den Schlüssel zum Rathaus zu erobern. "Ich setz meine Segel und mach mich davon", verkündete Günter Zahn und ließ Bonbons von seinem untergehenden Schiff regnen, doch auch das rettete ihn nicht. cim

Schmelz. 3:1 stand es in Schmelz. Eigentlich 5:1. Dieser närrischen Übermacht konnte Kalif Armin, der Wunderprächtige, nicht trotzen. Er gab alles, aber es war nicht genug. Dem Dreigestirn, Frau Faasend (Anni Backes) und ihrem Prinzen, Dr. Hühner I. (Erwin Hermann), konnte der Rathauschef nicht lange Paroli bieten. Armin Emanuel setzte sein ganzes verbales Geschick ein. Ihm und seinem Harem - für den er übrigens noch Eunuchen suchte - blieb nichts anderes übrig, als die Schlüssel des Rathauses an Ihre Lieblichkeit, Prinzessin Indira Gandy, Seine Tollität Prinz Christian I. und Bauer Jule zu übergeben. kü

Siersburg. Einen Rathaussturm wie in Siersburg hat es in der närrischen Historie des Saarlandes wohl noch nicht gegeben. Als Motto hatten die Narren die Zirkuswelt ausgesucht, und mit dem Circus Atlas nahm der Sturm ganz neue Dimensionen an. Dem Sturm voran ging eine veritable Zirkusvorführung mit Pferden, Kamelen, Lamas und Eselskutsche. Doch danach schlug für Bürgermeister Martin Silvanus unerbittlich die Stunde. Zwar hoffte er in Clownskostüm und roter Nase unerkannt zu entkommen, doch das Prinzenpaar, Kerstin II. und Tobias 1., stellte ihn und übernahm bis Aschermittwoch die Amtsgeschäfte. see

Überherrn. Zwar ging der Überherrner Bürgermeister Bernd Gillo davon aus, in seiner Amtszeit wenig verbrochen zu haben. Aber trotzdem fand er sich von einer kampfeslustigen Narrenschar belagert, die lautstark die Übergabe der Schlüssel reklamierte. Der Amtschef setzte auf eine doppelte Verteidigungsstrategie: als Hippie mit Sonnenbrille Friedenswillen demonstrieren und auf die Standhaftigkeit eichener Rathaustüren bauen. Am Ende half alles nichts und unter Kanonendonner entwanden die Narren den Händen des Gemeindeoberhauptes den quietschbunten Rathausschlüssel. see

Schwalbach. Auch seine Verkleidung als Pharao nutzte nichts, Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer hatte keine Chance, trotz der Unterstützung der Ortsvorsteher Christel Albert, Elm, Ernst Peter Hirschmann, Hülzweiler, und Bernd Schweitzer, Schwalbach, sowie des Beigeordneten Norbert Trenz seine Rathauspyramide zu verteidigen. Dem Ansturm der vereinigten Narrenschar mit der KG Ri-Ra-Rutsch Schwalbach-Griesborn, der IG Rosenmontagszug, des MGV Germania Elm und der KV Die Bollen Hülzweiler war die Verwaltung nicht gewachsen. rup

Wadgassen. Keine Chance hatte die Wadgasser Verwaltung, den närrischen Heerscharen der Glasspatzen Paroli zu bieten. Die Allianz der Ortsvorsteher Hans-Jürgen Könen, Albert Wagner und Harald Kaufmann konnte sich der riesigen Übermacht nicht erwehren. Mehr als 20 närrische Kampfwagen und Fußgruppen setzten die Verteidiger unterstützt von vielen Narren derartig unter Druck, dass sie ganz schnell kapitulierten, um dann im Turnerheim mit den Siegern, an der Spitze Prinzenpaar Christian I. und Julia I., Hofnärrin Nicole und Kinderprinzenpaar Vincent I. und Elea I. gemeinsame Sache zu machen. rup

Die rote Nase half Bürgermeister Silvanus in Siersburg nichts. Foto: see.
Bürgermeister Gillo übergibt in Überherrn den Schlüssel. Foto: see.
In Wadgassen wurden die Ortsvorsteher entmachtet. Foto: rup.

Bous. Auch die Flucht in den Petri-Hof nutzte Bürgermeister Stefan Louis am Fetten Donnerstag in Bous überhaupt nichts. Die bestens motivierten Karnevalisten der Hampitania mit Prinzenpaar Ralf I. und Gerlinde I. eroberten - angeführt von Sitzungspräsident Rainer Laschet - die verbarrikadierte Festung im Sturm. Auf dem großen Zug durch Bous sammelten die Hampitten viele kleine und große Narren sowie fast zwei Dutzend närrische Kampfwagen und Fußgruppen zur Verstärkung, sodass Bürgermeister Stefan Louis und seine Verwaltung schon nach kürzester Zeit vor der Übermacht kapitulieren mussten. rup