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Närrischer Regionalbezirk
Närrischer Regionalbezirk glänzt in Vielfalt

 Mit Prinzen, Prinzessinnen und Präsidenten begrüßte Regionalvertreter Michael Schleich die Gäste zum „närrischen Regionalbezirk“ in Roden.
Mit Prinzen, Prinzessinnen und Präsidenten begrüßte Regionalvertreter Michael Schleich die Gäste zum „närrischen Regionalbezirk“ in Roden. FOTO: Johannes A. Bodwing
Roden. Saarlouis-Lebacher Narren erfüllen die Rodener Kulturhalle mit buntem Leben. Die Nicht-nur-Narhalla könnte besser in Schuss sein.

Appetit auf die Fastnachtszeit machte der Regionalbezirk Saarlouis-Lebach am Sonntagabend in der Rodener Kulturhalle. Um die 350 Freunde der Faasend erlebten den vielfältigen „närrischen Regionalbezirk“ der Session 2018/19. Ein charmanter Gastgeber war dabei Karo-Blau-Gold Roden.


Einen kleinen Seitenhieb auf die Hallensituation in der Kreisstadt Saarlouis ließ sich Regionalvertreter Michael Schleich nicht nehmen. Nach Einmarsch der Prinzenpaare und Vereinsvertreter stellte er mit Blick auf offene Stellen in der Decke fest, die Hallensituation sei „generell miserabel“. Schleich appellierte an politische Vertreter, sich Gedanken zu machen, „wie man mit solchen Situationen in Zukunft umgeht“. Es betreffe nicht nur Karnevalsvereine. Sitzungspräsident Patrick Stedem von Karo-Blau-Gold merkte zur Vielfalt der Saarlouiser Vereine an: „So was muss man sich ab und zu schon mal was kosten lassen.“

Die Bühne nahmen schließlich Akteure von 16 Vereinen in Besitz: mit Büttenrednern, Gesangsgruppen, Männerballett, Garden und Schautanztruppen. Im Elferrat saßen Karnevalsvereine zwischen Gerüststangen. Passend zur geplanten Sanierung der Halle waren vom Eingang bis zu Saal und Bühne Bauschilder aufgestellt, rot-weiße Sperren, Halte- und Durchfahrverbote.



Den schwungvollen Anfang machte das Tanzpaar der „Glas­spatzen“ Wadgassen, Dana Junkes und Leon Reichert. Die selten gewordene politische Fastnachtsrede griff Harald Winter vom CVL Lebach auf, in Narrenkleid und mit Narrenspiegel. Von Donald Trump bis Bre­xit kritisierte er gereimt die Politiker. Zu Deutschland im Jahr 2018 meinte Winter: „Viel passiert, wenig geschafft“. Rasant zeigten sich die Faasend Rebellen vom Steinrausch beim klassischen Marschtanz. Mandy Bauer von der KG Gresaubach zog über die männliche Hälfte der Menschheit her. „Männer sind wie Servietten“, motze sie. „Erst hast du sie auf dem Schoß, und dann hast du sie am Hals.“ Tanzend begeisterte die Prinzengarde der Pähter Dickkäpp das närrische Publikum. Das war auf bunte Stimmung eingestellt. Etliche hatten die Haare schön, violett oder blau, eine dicke Schleife drin oder winzige Zylinder darauf.

Den Premium-Lyoner-Wanderweg quer durchs Saarland stellte Sarah Jost vor, Miss Lyoner von den Gold-Blauen-Funken Saarwellingen. Mexikanisch drauf war die KKJA Schmelz mit den „Funny Legs“. Von ihrem kniffligen Schwenkerholz-Verleih sangen „Der Karl“ von der Ri-Ra-Rutsch Schwalbach. Einen tänzerischen Ausflug in die flotten 20er machten die „Revivals“ der Wallerfanger Neimerder.

Überraschungsgast direkt nach der Pause hieß es zu den Klängen von „We are the Champions“: „Wir feiern Faasend heut‘ Nacht“. Der Rocker in rotem Königsmantel und mit glänzender Krone entpuppte sich als Landrat Patrik Lauer. Einen flotten Marschtanz präsentierten die Aktiven der KG Blau-Weiß Steinbach. Die Welt angehalten hatte die sechsköpfige Gesangsgruppe „De Hüütcha“ mit Sängern verschiedener Vereine.

Die GKG Fraulautern schickte Iris Gras und Monia Ockenfels als „Biwi und Duletsch“ auf die Bühne. Dabei kamen die Männer nicht gut weg. Die vielen Knutschflecken am Hals ihres Mannes seien in Wirklichkeit Würgemale, gestand Duletsch. Vom Kampf mit Laserschwertern zum Tanz in roten Ballettröckchen ging es beim Männerballett der Erdbeernarren aus St. Barbara. Durch die Bütt kalauerten sich Jupp und Jäpp, Simon Müller und Fabian Schröder von der KG Aschbacher Narrekäpp. Den letzten Auftritt vor dem Finale absolvierte die Prinzengarde der Karo-Blau-Gold Roden mit großem Aufgebot. Nach rund vier Stunden endete die gelungene Einstimmung auf die Faasend mit einem letzten bunten Aufmarsch.

(az)