Nachbarn setzen sich bei Brand beherzt als Retter ein

Zivilcourage : Mutige Retter sollten nicht vergessen werden

Ermutigendes Beispiel: Handeln statt gaffen war das Motto für zwei Männer im Saarlouiser Stadtteil Beaumarais.

„Frau im Rollstuhl aus brennendem Haus gerettet“ – unter dieser Überschrift haben wir am Montag von einem Wohnhausbrand am Samstagmittag in Beaumarais berichtet. An dem Einfamilienhaus entstand erheblicher Sachschaden, Feuerwehr, Notarzt und DRK waren im Einsatz, über 60 Männer und Frauen, neun Fahrzeuge, eine größere Sache also.

Und in dem Bericht war von der Rettung der Bewohnerin des Hauses, einer Dame im Rollstuhl, die Rede. Für die habe nämlich ihre Betreuerin gesorgt. „Das ist so nicht komplett richtig“, lässt Dominic Wolf unsere Zeitung wissen. Er will sich nicht in den Vordergrund spielen, aber er möchte doch ergänzen, was im Bericht wohl fehlte.

Wolf und sein Nachbar Marcel Eck wohnen gegenüber des Hauses. „Wir haben den Rauchmelder gehört und sind direkt rüber“, erzählt Wolf. Eck sein dann durch die mutmaßlich von der Betreuerin geöffnete Tür gleich ins Haus gelaufen, Wolf folgte ihm, nachdem er die Feuerwehr alarmiert hatte. Beide hörten dann die Betreuerin im Flur um Hilfe rufen. Die hatte die gehbehinderte Frau wohl aus dem Bett in den Rollstuhl gehoben. „Dann haben wir helfen können, die Rollstuhlfahrerin aus dem Haus zu tragen“, sagt Wolf.

Auch die beiden helfenden Retter wurden untersucht. Eine medizinische Versorgung wie bei der Hausbewohnerin war aber zum Glück nicht nötig. Ob man denn sie beide mit Vorname und erstem Buchstaben vom Nachnamen mit Punkt nennen könne, fragt Wolf. Die SZ verneint: Die Geschichte von so einem beherzten Eingreifen darf klar und deutlich erzählt werden.

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