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„MyShow 3.0“ des Musical-Werks Saarlouis feierte Premiere

Musical-Werk : Neue Show des Musical-Werks begeisterte

27 Auftritte mit Tanz und Gesang präsentierte das Musical-Werk seinem Publikum. Es war die dritte Ausgabe der Nummernrevue seit 2015.

Gut zwei Stunden Spielzeit präsentierte die abwechslungsreiche neue Show des Musical-Werks Saarlouis. Am Freitagabend begann die dreitägige „MyShow 3.0“ mit einer gut besuchten Premiere. Die dritte Ausgabe dieser Nummernrevue seit 2015 sahen um die 180 Zuschauer in der Kulturhalle Roden. „Für Samstag müssen wir noch Stühle dazustellen“, sagte der erste Vorsitzende, Sven Köhn. „Dann sind wir komplett ausverkauft.“ Bis Sonntagabend sahen rund 800 Besucher die Show.

Einschließlich Zugaben präsentierte die Truppe aus rund zwei Dutzend Akteuren 27 Auftritte mit Tanz und Gesang. Wobei sich das Ensemble Auftritt für Auftritt steigerte.

Dafür war die Hälfte der Kulturhalle ausgerichtet worden. In der anderen Hälfte befand sich das Refugium der Akteure zum Warmmachen, mit Getränken und Kleinigkeiten zum Stärken. Die reguläre Bühne der Halle hatte größtenteils die 13-köpfige Band in Besitz genommen. Dort spielten auf einem Podest verteilt Gitarristen, Keyboarder und Bläser. In der Mitte ein von Kulissen umrahmter Schlagzeuger. Etwa fünf Meter in den Saal hinein ragte der Bühnenvorbau. Über allem hingen mehrere Reihen Scheinwerfer, die mit farbigen Lichteffekten, Strahlenfächern und weißen Lichtspots die jeweiligen Stimmungsbilder verstärkten.

Mit Kaffeetasse unterwegs war vor Beginn Andreas Klasen. Nein, das wirke sich bei ihm nicht aus. „Nervös werde ich erst, wenn das Licht angeht. Wenn ich dann das Mikro in der Hand habe, ist es wieder gut.“ Klasen stand später mit „New York“ wie Entertainer Frank Sinatra im Rampenlicht. Und wieder bei der Zugabe mit „Hulapalu“ von Andreas Gabalier.

„Acht mal stehe ich wohl auf der Bühne“, schätzte Madeleine Decker hinter den Kulissen. Das Umziehen mache ihr weniger Spaß, „dafür aber das, was dabei herauskommt“. Sie war zum ersten Mal bei einem Musical mit dabei. 13 Jahre ist Decker alt und überzeugte mit ihrer Stimme bei „Es war einmal im Dezember“ aus dem Musical „Anastasia“.

Als Multitalent bereicherte Neuzugang Hannah Neumann die Show. Ob singend und tanzend im Ensemble, ob als Computerauskunft „Perplexa“ oder an Geige und Klavier.

Ein paar kleine Patzer brockte sich die Truppe selbst ein – und dann traf es Sängerin Magdalena Woll. Die musste teilweise ohne Mikrofon singen. „Das Headset war nicht eingeschaltet“, gestand Köhn später im Gespräch. Die ganze Show sei inzwischen so groß geworden, sagte er, sie müssten sich hinter der Bühne noch mehr um die Technik kümmern.

Das bügelten dafür schmissige Tanzeinlagen wieder aus und oftmals grandiose Gesangsbeiträge. Beispielsweise die verzaubernde Stimme von Tatjana Deutsch. Begleitet von Harald Maier an der Akustikgitarre zelebrierte sie „Fields of Gold“ von Sting voller Sehnsucht. Den Inhalt des Liedes tanzten Julia Rink und Sven Köhn, erst als Schattenrisse hinter stoffbespannten Rahmen, dann davor auf der Bühne.

Einen leicht frivolen Ausflug ins Burlesque unternahm die Truppe unter anderen tanzend in rotem Licht und verführerischen Dessous. Blonde Mähne, rotes Fransenkleid und rockende Stimme. So fegte Janine Lemke im Stil von Tina Turner mit „Proud Mary“ über die Bühne. Nach Ende der Pause standen wie eingefroren Marc Schweig und Nils Hollendieck auf der Bühne. Schwarze Anzüge, Sonnenbrillen und bereit für Stücke aus „Blues Brothers“. Mit einer Stimme wie aus dem Opernsaal heischte Sophia Buhl um Aufmerksamkeit. „Wann geht‘s hier wieder mal um mich?“, klagte sie bei dem Song aus dem Monty-Python-Musical „Spamalot“.