Mut wird nicht belohnt

Viel Schatten und nur wenig Licht, das ist die ernüchternde Bilanz der erfolgsverwöhnten Saarlouiser Jazz- und Moderndancer bei den Weltmeisterschaften in Wetzlar.

Lange mussten die Aktiven des Tanzsportclubs Blau-Gold Saarlouis und ihre Fans bei den Weltmeisterschaften im Jazz- und Moderndance in Wetzlar auf das erste Erfolgserlebnis warten: Erst am siebten und vorletzten Tag gab es zwei Finalteilnahmen und am Ende eine Bronzemedaille zu bejubeln.

Mit der Formation "autres choses" sorgte einmal mehr das Aushängeschild der erfolgsverwöhnten Saarlouiser Jazz- und Moderndancer für die besten Ergebnisse. Die 13fachen deutschen Meister schafften bei der der WM in der Rittal-Arena in Wetzlar in ihrer Paradedisziplin Modern sowohl bei den Klein- als auch bei den Großformationen den Einzug in die Finalrunden. Bei den Kleinformationen reichte es unter 25 Gruppen hinter zwei kanadischen Teams zu Platz drei und damit zum Sprung aufs begehrte Treppchen. Mit hauchdünnem Vorsprung vor dem nationalen Dauerrivalen "Arabesque" aus Wuppertal gewannen die Saarlouiser die Bronzemedaille in der Kategorie, in der sie 2011 auch ihren ersten und bislang einzigen WM-Titel gewannen.

Kritik an Wertungsrichtern

Bei den Großformationen belegte "autres choses" hinter zwei kanadischen und zwei polnischen Teams Platz fünf. Hier hatten die Saarlouiser unter 16 Mannschaften als einzige deutsche Formation das Finale erreicht. "Die anderen Nationen , vor allem Kanada, zeigen einen eher konservativen Stil mit leicht lesbaren Elementen. Mit der anspruchsvollen und abwechslungsreichen Choreografie könnte ,autres choses' die Rolle des Trendstetters spielen, was aber vom internationalen Wertungsgericht nicht gewürdigt wurde, weil es den Mut zur Innovation vermissen lässt", kommentierte Michael Karst, Präsident des Saarländischen Landesverbandes für Tanzsport.

Während die Übung von "autres choses" mit technischen Höchstschwierigkeiten wie Hebungen und Drehungen nur so gespickt war, präsentierten die Kanadier eine fließend-leichte, eher spielerische Übung. Eher Ballett als Artistik - und das kam bei den Wertungsrichtern besser an.

Besonders enttäuschend verlief die WM für den Blau-Gold Nachwuchs. Weder die Kinderformation "Kiwanis" noch das Jugendteam "l'équipe" überstanden die Vorrunden. Und auch Solistin Lea Zimmer stand im Solo wie auch im Duo an der Seite von Johanna Dibbern gegen die übermächtige internationale Konkurrenz auf verlorenem Posten.

Teilerfolge verbuchten immerhin noch die Duos bei den Erwachsenen: Frederic Ney und Kristina Haar erreichten in Modern das Semifinale und belegten am Ende unter 28 Paaren Rang neun. Benjamin Huch-Hallwachs und Raphael Gruchott wurden im gleichen Wettbewerb Zwölfte. Im Jazzdance wiederholten Frederic und Kristina ihren neunten Platz aus der Modern-Konkurrenz, Lena Vierus und Anna Ziegler wurden 13. Am Start waren 20 Duos aus elf Nationen .

Am siebten und vorletzten Tag gab es endlich die ersehnte Medaille: „Autres choses“ holte Bronze bei den Kleinformationen. Fotos: om.

Alle Ergebnisse im Internet unter www.wm-jmd.de .

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