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Mit Kulturzitronen gegen Billig-Saufkultur

Mit Kulturzitronen gegen Billig-Saufkultur

Saarlouis. Ungefähr 130 Besucher haben am Samstag das Studio im Theater am Ring bei der Verleihung des Kulturpreises 2008 gefüllt, der Selbstverwaltete Betriebshof Saarlouis (SBS) vergibt ihn. "Anderswo in Europa ist er viel bekannter als hier", leitete Michael Mansion in seiner Laudatio zum Preisträger des Saarlouiser Kulturpreises über

Saarlouis. Ungefähr 130 Besucher haben am Samstag das Studio im Theater am Ring bei der Verleihung des Kulturpreises 2008 gefüllt, der Selbstverwaltete Betriebshof Saarlouis (SBS) vergibt ihn. "Anderswo in Europa ist er viel bekannter als hier", leitete Michael Mansion in seiner Laudatio zum Preisträger des Saarlouiser Kulturpreises über. Der "Völklinger Junge" Andreas Lauck setzt seit Jahren mit ausdrucksstarken Choreographien für die Formation "autres choses" Akzente, bis hin zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Jazz und Modern Dance in New York. Dazu kommen Seminare mit international renommierten Tänzern und Choreographen in Saarlouis.Obskure ObjekteObskure Objekte zeichnen Heike Puderbach aus. "Irgendwann kommen die Ideen auf einen zu", sagt die in Saarlouis geborene Künstlerin über ihre Installationen mit Fundstücken aus Feld, Wald und Keller. Dazu werden Tierschädel zweckentfremdet oder Rückspiegel zum Drehen gebracht vor einem unstet blickenden künstlichen Auge. "Zweckentfremdung reizt sie", sagte die Bildhauerin Margret Lafontaine in ihrer Laudatio über die studierte Graphikerin. "Er hat kein Verhältnis zu ihr", sagte Laudator Stefan Neuhäuser über den Kulturbezug von Michael Mansion, "sondern mit ihr". Mansions Verdienst sei es, dass der Kulturpreis in Saarlouis Beachtung finde. In Thüringen geboren, stand er im Saarland als Kabarettist auf der Bühne. Als Organisator und treibende Kraft des Selbstverwalteten Betriebshofes Saarlouis wirkte er bis Mitte dieses Jahres oftmals eher im Verborgenen. Den Kulturpreis erhielt MiMansion für sein Lebenswerk.Wem die Kulturzitrone des SBS sauer aufstößt, das sind die "Beförderer einer Billig-Saufkultur", sagte Michael Mansion. Dumpfe Besoffenheit mit ihren Auswüchsen breite sich aus, die Stadt werde Ort "alkoholistischer Massenbetäubung" und des Komasaufens. Der SBS kritisiert die "Kultur des Wegschauens und Gewährenlassens".