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Jazzdance
Mit „Ich hasse tanzen“ auf Erfolgskurs

Mit dem spektakulären Stück „I Hate Dancing“ (Ich hasse Tanzen) gewann das Saarlouiser Team „autres choses“ bei der WM die Bronzemedaille.
Mit dem spektakulären Stück „I Hate Dancing“ (Ich hasse Tanzen) gewann das Saarlouiser Team „autres choses“ bei der WM die Bronzemedaille. FOTO: Oliver Morguet
Rawa Mazowiecka/Saarlouis. Die Saarlouiser Tanz-Formation „autres choses“ hat bei der WM in Polen in der Kategorie Modern die Bronzemedaille gewonnen. Zuvor gab es ein Wechselbad der Gefühle. Von Oliver Morguet

Polen war erneut Austragungsort der Weltmeisterschaften im Jazz- und Moderndance. Diesmal ging es für die kleine Saarlouiser Delegation nach Rawa Mazowiecka, einer Kleinstadt bei Lodz im Großraum Warschau. Mit rund 4000 Teilnehmern aus 30 Ländern und vier Kontinenten waren die Titelkämpfe in diesem Jahr besonders stark besetzt.



Trotz der stärkeren internationalen Konkurrenz, unter anderem aus Südafrika (bislang kaum in Erscheinung getreten), konnten die Saarlouiser Tänzerinnen und Tänzer von „autres choses“ ihre Ergebnisse der Heim-WM im vergangenen Jahr in Wetzlar annähernd wiederholen. Bei den „Small Groups“ (Kleinformationen bis sieben Aktive) verpasste das Team von Bundestrainer Andreas Lauck und Sebastian Spahn knapp das Finale und belegte mit noch fünf anderen Gruppen Rang sechs. Insgesamt waren 34 Formationen angetreten.

Rekordbesetzung auch in der Königsdisziplin, den Großformationen in der Kategorie Modern: 21 Formationen aus 14 Nationen waren am Start. Der Wettbewerb tauchte die Saarlouiser Formation „autres choses“ in ein Wechselbad der Gefühle: Mit einer soliden Leistung erreichte die Mannschaft die Zwischenrunde. Hier mussten die neun Tänzerinnen und drei Tänzer volles Risiko gehen, um in dem starken Feld ihr selbst gestecktes Ziel, die Endrunde, zu erreichen. Trotz eines Patzers bei einem Lift reichte es für den Sprung unter die besten Sechs, während die nationale Konkurrenz aus Hamburg auf Rang neun hängenblieb. Im Finale war dann volle Konzentration gefragt: Und obwohl „autres choses“ gleich nach den späteren Weltmeistern aus Südafrika auf die Fläche musste, passte alles. Auch der schwierige Lift gelang – und so konnten die Saarlouiser bei der Siegerehrung freudestrahlend die Bronzemedaille entgegennehmen.

„Das Thema „I Hate Dancing“ kam bei den Wertungsrichtern super an und hat ihnen ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert“, freute sich Sebastian Spahn. Der gebürtige Nordrhein-Westfale hatte 2011 und 2012 selbst für Blau-Gold getanzt und im Solo und Duo WM-Medaillen gewonnen. Mittlerweile wohnt er in Saarlouis und arbeitet hier eng mit Bundestrainer Andreas Lauck zusammen, der seine tänzerischen Wurzeln ebenfalls bei „autres choses“ hat.

Spahn hatte das Stück zu dem gleichnamigen Text (Ich hasse Tanzen) des britischen Schauspielers und Comedians Stephen Fry choreographiert. „Autres choses“ hatte damit in diesem Jahr bereits die Bundesliga dominiert und auch die deutsche Meisterschaft mit allen Bestnoten souverän für sich entschieden.