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Mit der Bronze geizt diese Künstlerin nicht

Mit der Bronze geizt diese Künstlerin nicht

Élisabeth Cibot zeigt ihre ganz von Haltung und Sinn fürs Material geprägten Bronzen ab Mittwoch auf der Saarlouiser Vauban-Insel.

Eines ist die französische Künstlerin Élisabeth Cibot ganz gewiss nicht: geizig mit dem Material. Bei ihr darf Bronze üppig Bronze sein. Die Last des Gewichtes fängt sie auf mit genauen Studien zur Körperhaltung. Damit ist man schon auf dem Weg, über ihr Lieblingsthema nachzudenken: den Menschen. Aufrecht sei er, das scheint ihr Grundverständnis zu sein. Kein Wunder, dass Kritiker an ihr hervorheben, sie sei weltberühmt für ihre "statuarischen Werke". Cibot zeigt ihre Arbeiten ab Mittwoch, 7. Juni, auf der Vauban insel im Saaraltarm in Saarlouis, im historischen Gebäude dort.

Hergebracht hat sie der Wallerfanger Kunstförderer Claus Zöllner, der 25 Jahre lang deutsch-französische Kunstbegegnungen in Saarlouis organisiert hat. Cibot zeigt er in Zusammenarbeit mit der Stadt Saarlouis. Zöllner hat Cibot übrigens auch ins Gespräch gebracht für das geplante Denkmal der französischen Festungsbauer Sébastien Le Prestre de Vauban und Thomas de Choisy. Eine Jury wird entscheiden, wer dieses Denkmal am Ravelin V entwerfen darf.

Cibot hat große Skulpturen geschaffen als Denkmäler für Charles de Gaulle, Papst Johannes Paul II., Willy Brandt oder Carla Bruni-Sarkozy.

Die Künstlerin wurde 1960 in Nantes geboren. Ihr Auge wurde von Kindheit an durch das Feinste geschult: Die Eltern sammelten italienische Renaissance-Bronzen. Bronzeplastik studierte die denn auch an der École nationale supérieure des Beaux-Arts in Paris.

Es folgten die Entdeckung von Glas- und Mischmedien für Möbeldesign sowie ein Studium der Kunstgeschichte und der Archäologie. Seit 1993 widmet sie sich vor allem der Bronze. Wie sie als Bildhauerin aus dem Material Bronze heraus denken und formen kann, so hat sie gewissermaßen aus dem Inneren des Materials auch zu einem zweiten Medium gefunden: Raku, eine japanische Glasur- und Brenntechnik. In diesem Material mit den durchäderten Oberfläche präsentiert Élisabeth Cibot vor allem Köpfe.

Élisabeth Cibot mit dem Mann auf der Treppe. Foto: Katalog Foto: Katalog
Zweiter Schwerpunkt: Raku-Arbeiten. Foto: Katalog Foto: Katalog

Eröffnung: Mittwoch, 7. Juni, 19 Uhr, mit der Künstlerin sowie dem Schirmherrn Jean Schuler, früherer Bürgermeister von L'Hopital und früheres Mitglied des Conseil Général de la Moselle. Geöffnet bis 28. Juni, dienstags bis freitags 10 bis 13 Uhr, 14 bis 17 Uhr; samstags und sonntags 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.