Mit 25 Jahren steht er schon im Rampenlicht

Mit 25 Jahren steht er schon im Rampenlicht

Neuer Dirigent des KreisSymphonieOrchesters Saarlouis stellt sich im Gespräch vor.

Christian Schüller ist seit Januar 2016 Dirigent des KreisSymphonieOrchesters (KSO) Saarlouis und dirigierte erstmals das Saarlouiser Neujahrskonzert 2017. Er wurde 1991 in Winningen an der Mosel geboren. Im August 2010 war er Stipendiat bei den Bayreuther Festspielen. Ab 2012 studierte er Instrumentalpädagogik und Lehramt für die Primarstufe an der Hochschule für Musik Saar bei Peter Leiner, das Dirigieren bei Jonathan Kaell. 2014 und 2015 assistierte Schüller bei der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern. Seitdem arbeitete er mit ihm. Nach dem Studium nahm Schüller Dirigier-Unterricht bei Christopher Ward am Staatstheater Saarbrücken. Er besuchte Meisterkurse.

Herr Schüller, was bedeutet Ihnen die Musik?

Schüller Alles. Ich drücke meine Gefühle aus und teile mich dadurch mit. Darüber hinaus erfreue ich hoffentlich das Publikum.

Kommen Sie aus einer Musikerfamilie?

Schüller Überhaupt nicht. Als ich mit neun Jahren den ersten Trompetenunterricht bekam, habe ich die ganze Familie angesteckt. Mein Vater und meine Schwester lernten jedoch andere Instrumente.

Warum fiel Ihre Wahl auf die Trompete?

Schüller Meine Eltern fragten mich, ob ich ein Instrument lernen wollte. Und da gerade ein neuer Trompetenlehrer ins Dorf gekommen war, entschied ich mich für die Trompete.

Was hat Sie beflügelt, das KSO zu übernehmen?

Schüller Ich wollte schon immer Dirigent werden und hatte eine Probe von Vilmas Kaliunas, meinem Vorgänger, übernommen. Er suchte jemand, der mal für ihn einspringen wollte, doch dann fragte er mich, ob ich das KSO nicht ganz übernehmen wolle - eine gute Gelegenheit, mich mit hohem Anspruch auszuprobieren. Das ist mit einem Laienorchester eher möglich als mit einem professionellen.

Was gefällt Ihnen am Dirigieren so besonders?

Schüller Als Dirigent hat man beim Einstudieren alle Zügel in der Hand und mehr Ausdrucksmöglichkeiten als mit einem einzigen Instrument.

Sie haben eine Vorliebe für Richard Wagner. Was begeistert Sie an Wagner?

Schüller Wagner drückt durch Instrumentierung und Klangfarben eine große Palette an dramatischen Gefühlen aus. Er nimmt in der Entwicklung der Oper eine Sonderstellung ein, da er die Kompositionstechnik reformiert hat. Heißt: Er hat ganze Akte durchkomponiert, so dass einer auch mal zwei Stunden dauern kann.

Was sind für Sie die intensivsten Momente in einem Konzert?

Schüller Zunächst die, bevor ich auf die Bühne gehe. Dann, wenn ich mich mehr der Musik hingeben kann, weil ein Stück in den Proben perfekt saß. Intensive Momente sind aber auch, wenn ein Werk heikel ist.

Welche beruflichen Träume haben Sie?

Schüller Generalmusikdirektor an einem deutschen Opernhaus zu werden.

Das Gespräch führte Jutta Stamm

Zum Thema:

KSO sucht Nachwuchs in verschiedenen Bereichen Gesucht werden junge Instrumentalisten, Laienmusiker oder Musikstudenten, die Lust haben, im KreisSymphonieOrchester Saarlouis mitzuspielen. Die Orchestermitglieder kommen aus allen Teilen des Saarlandes sowie den benachbarten Regionen. Das Repertoire des Orchesters umfasst alle Musikepochen der Konzert- und Opernliteratur bis hin zur zeitgenössischen Musik, mit gezielten Ausflügen zur Chorliteratur und zur gehobenen Unterhaltungsmusik. Wer mitmachen will oder einmal reinschnuppern möchte, kann bei einer Probe vorbeikommen. Diese findet mittwochs von 19:30 bis 22 Uhr im großen Sitzungssaal des Saarlouiser Landratsamtes. Kontakt: Klaus Pape, klaus.pape@kso-saarlouis.de; Telefon: (0 68 31) 74 102.