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"Mich muss bestimmt niemand einarbeiten""Mit den Friedhöfen könnte man sofort anfangen"

"Mich muss bestimmt niemand einarbeiten""Mit den Friedhöfen könnte man sofort anfangen"

Wadgassen. Werner Naudorf, 57, schlägt als Ort des Gesprächs, als Lieblingsort fürs Foto, sofort sein Haus in Schaffhausen vor, in dem er mit seiner Lebensgefährtin wohnt. "Ich freue mich über jeden Gast." Einen Kaffee bietet er an, um dann aber mit der verschwörerischen Miene, mit der Männer zuweilen Hochprozentiges am frühen Mittag vorschlagen, auch eine Flasche Apfelsaft auf den Tisch zu stellen. "Von dem Apfelbaum dahinten. Ein richtig guter Apfel, altdeutsche Sorte." Landwirt hatte er eigentlich werden wollen, der Onkel hatte einen Hof, "auf den Feldern da oben kenne ich jede Krume. Die habe ich alle beackert. Aber die Perspektiven waren schon damals schlecht". So blieb eben der Garten, der Apfelsaft, die Liebe zum Wanderland Oberbayern. Beamter wurde er: "Das Rathaus ist mein Leben. Ich gehe jeden Tag gern hin, immer noch." Seit 41 Jahren. "Mein Traum ist, die 50 Jahre voll zu machen." Falls er neuer Bürgermeister würde, kämen wegen der verkürzten Amtszeit nur fünf Jahre hinzu, und um sein Ziel nicht zu verfehlen, müsste er halt wiedergewählt werden.Seit 15 Jahren ist Naudorf Finanzchef, Kämmerer, der Gemeinde. "Als Beamter bin ich loyal zu meinem Chef. Was nichts daran ändert, dass ich ja nicht derselbe Mensch bin. Wer mich kennt, weiß das." Da ist er zuversichtlich.

Wadgassen. Werner Naudorf, 57, schlägt als Ort des Gesprächs, als Lieblingsort fürs Foto, sofort sein Haus in Schaffhausen vor, in dem er mit seiner Lebensgefährtin wohnt. "Ich freue mich über jeden Gast." Einen Kaffee bietet er an, um dann aber mit der verschwörerischen Miene, mit der Männer zuweilen Hochprozentiges am frühen Mittag vorschlagen, auch eine Flasche Apfelsaft auf den Tisch zu stellen. "Von dem Apfelbaum dahinten. Ein richtig guter Apfel, altdeutsche Sorte." Landwirt hatte er eigentlich werden wollen, der Onkel hatte einen Hof, "auf den Feldern da oben kenne ich jede Krume. Die habe ich alle beackert. Aber die Perspektiven waren schon damals schlecht". So blieb eben der Garten, der Apfelsaft, die Liebe zum Wanderland Oberbayern. Beamter wurde er: "Das Rathaus ist mein Leben. Ich gehe jeden Tag gern hin, immer noch." Seit 41 Jahren. "Mein Traum ist, die 50 Jahre voll zu machen." Falls er neuer Bürgermeister würde, kämen wegen der verkürzten Amtszeit nur fünf Jahre hinzu, und um sein Ziel nicht zu verfehlen, müsste er halt wiedergewählt werden.Seit 15 Jahren ist Naudorf Finanzchef, Kämmerer, der Gemeinde. "Als Beamter bin ich loyal zu meinem Chef. Was nichts daran ändert, dass ich ja nicht derselbe Mensch bin. Wer mich kennt, weiß das." Da ist er zuversichtlich.

Der "Chef" ist in diesem Fall der amtierende Bürgermeister Harald Braun. Dessen 24 Jahre Amtszeit hat er in verschiedenen Funktionen begleitet. Naudorf wirbt damit, dass er einen "reibungslosen Übergang" garantieren könne, "nahtlos". Angefangene Projekte will er "zu Ende führen, zusammen mit dem gut funktionierenden Gemeinderat und den Ortsräten." In die Materie einarbeiten müsse ihn bestimmt niemand.

Die "Sacharbeit" von Harald Braun schätzt Naudorf, "weil er uns in die Lage versetzt hat, so gut dazustehen, wie das nun mal der Fall ist." Der Ausstieg aus dem Entsorgungsverband Saar (EVS) sei "in jedem Falle richtig" gewesen, was sich finanziell aber erst nach dem 20. Juni 2015 zeigen könne, wenn die Verträge mit dem EVS ganz ausgelaufen seien. Wadgassen biete Strom im eigenen Netz an, Wasser sowieso, Gasanbieter wolle die Gemeinde noch werden, die "ganze Daseinsvorsorge in der Hand der Kommune, mit Ausnahme des Abwassers", dahinter stellt sich Naudorf vorbehaltlos. Die Infrastruktur Wadgassens mit ihren Schulen, Kindergärten, Schwimmbädern, Sportplätzen sei im Gemeinden-Vergleich bestens, und deren Erhalt "mit einem vernünftigen Haushalt" müsse sich ein Bürgermeister verschreiben.

Aufheben dagegen würde er die Isolation Wadgassens. "Die Mitgliedschaft im Tourismusverband des Kreises würde uns voranbringen. Wir müssen wieder präsent sein." Großes Touristenziel werde die Gemeinde kaum, "aber der Anschluss an Wanderwege der Umgebung zum Beispiel würde was bringen."

Nachholbedarf sieht Naudorf in der Förderung der Vereine. "Sie müssen Hallenmiete zahlen, das ist oft ein Problem, aber im Gemeinde-Haushalt stellt das keinen so großen Posten dar." Mit der DLRG will er reden: Ob sie nicht zurück komme, um ihre Pflichtstunden wieder im Parkbad zu absolvieren.

"Und ich würde wieder Friedhofswärter anstellen", um der Kritik an den Friedhöfen zu begegnen. "Die Angehörigen sollen auch die Rotasche für die Grabpflege wieder auf dem Friedhof bekommen und dafür nicht extra zum Technischen Rathaus fahren müssen." Nicht zuletzt sei der Friedhof "auch ein Stück Naherholung".

Großen Wahlkampf macht Werner Naudorf nicht. Kleine Plakate, ein ganz großes direkt vor dem Rathaus, Infostände. "Die Leute kennen mich. Sie wissen, dass ich den Bürgern so weit entgegenkomme wie nur möglich." Das Rathaus indes, die Verwaltung, würde er "nach außen öffnen", mit einem Tag der offenen Tür oder mit Möglichkeiten, im Internet Angelegenheiten zu erledigen.Herr Naudorf, warum wollen Sie Bürgermeister von Wadgassen werden?

Naudorf: Weil ich die bisherige gute Sacharbeit fortführen und mich in neue Projekte einbringen will.

Was würden Sie als allererstes tun, wenn Sie gewählt würden?

Naudorf: Mich der Friedhöfe annehmen. Das kostet nicht viel, ist wichtig und kommt vielen Leuten zugute. Damit kann man direkt anfangen.

Welches Projekt würden Sie nach fünf Jahren unbedingt abgeschlossen haben wollen?

Naudorf: Die Etablierung als Anbieter von Strom am Markt. Die Einführung des Gasvertriebes. Dadurch den Haushalt entlasten, der Freiräume bekommt etwa für Schulen und Kindergärten. Und nach fünf Jahren würde das Abfallwirtschaftskonzept der Gemeinde komplett stehen und abgeschlossen sein.

Auf einen Blick

Wadgassen wählt am Sonntag, 24. November, einen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin. Amtsinhaber Harald Braun tritt nicht mehr an.

Außer Werner Naudorf (SPD) bewerben sich Vera Lang-Michler (Einzelbewerberin), Sebastian Greiber (Einzelbewerber) und Egbert Ulrich (CDU).

Sie nehmen an einer Podiumsdiskussion von SR und SZ teil: am Mittwoch, 6. November, um 19 Uhr, in der Glückauf-Halle in Wadgassen. Moderation: Thomas Gerber (SR) und Mathias Winters (SZ). we