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Landesbeste kommt von Ford
Ihr Pferd war schuld an der Berufswahl

 Melanie Lefebre (21) ist die landesbeste Auszubildende als Fachkraft für Lagerlogistik.
Melanie Lefebre (21) ist die landesbeste Auszubildende als Fachkraft für Lagerlogistik. FOTO: BeckerBredel
Saarlouis. Das Hobby von Melanie Lefebre ist kostenintensiv. Deshalb entschied sich die 21-jährige Merzigerin für die Ausbildung als Lagerlogistik-Fachkraft. Von Becker & Bredel

Bei den Ford-Werken werden jedes Jahr 60 Auszubildende in fünf Berufen geschult. 2018 gelang es dem Unternehmen, mit der 21-jährigen Melanie Lefebre aus Merzig, eine landesbeste Prüfungsteilnehmerin zu stellen. Die junge Fachkraft für Lagerlogistik wurde von Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und der IHK Saarland für diese Leistung im Saarbrücker E-Werk ausgezeichnet.


Lefebre besuchte die Gemeinschaftsschule in Orscholz, dann das Gymnasium am Stefansberg. Dort machte sie Abitur. Während die anderen zu den Universitäten drängten, hatte Lefebre eine pragmatische Idee: „Weil ich ein Pferd besitze, brauchte ich eine Ausbildung, bei der ich Geld verdiene.“ Ohne Umschweife steht sie dazu, dass ihr zeit- und kostenintensives Hobby mit dem eigenen Reitpferd in einer Stallung in Bietzen ausschlaggebend gewesen sei, einen direkten Anschluss in der Industrie zu suchen.

„Mein Vater ist bei Ford, der Opa war bei Ford, Onkel und Cousins meines Vaters auch. Wir sind aus Tradition eine Ford-Familie. Daher hab ich direkt online die Bewerbung abgegeben und mich über die angebotenen Berufsbilder informiert“, sagt die junge Frau in einem Besprechungsraum direkt neben der Produktionslinie, wo Autos am Fließband an den Arbeitern vorbeischweben.



Draußen steht der Gabelstapler von Melanie, die blonde Frau versorgt damit die Arbeiter mit Material aus dem Lager und sorgt dafür, dass das Band immer versorgt ist. „Die technischen Berufe hatten mich nicht so interessiert, deswegen hatte ich die Logistiksparte angekreuzt und wurde genommen.“

Das habe sie nicht bereut, denn sie wurde bei Ford übernommen und lernte alle Abteilungen der Logistik kennen: die Bestandskontrolle, die Disposition, das Hauptlager, den Versand, die Warenannahme und die Zulieferung ans Band. Zu Hause büffelt sie nun im Fernstudium der Uni Hagen für den Betriebswirt. Klausuren schreibt sie in Hagen, im Juni muss sie an jedem Wochenende dorthin. Gelernt wird zu Hause, auch den Stoff erarbeitet man sich selbst.

Bei Ford will sie bleiben, der Studienabschluss soll der Karriere dienen. Zeit für weitere Hobbys neben dem Pferd bleibt da nicht. Das Englische Vollblut („zum Glück eher eine 10er Valium“) will gekümmert und geritten werden. Fast täglich fährt die junge Frau daher zur Stallung.

Bei Ford ist man überaus stolz auf die Landesbeste. Gabi Kiefer von der Pressestelle der Fordwerke sagt denn auch: „Es ist beeindruckend, wenn eine Auszubildende die Ausbildungszeit um ein Jahr verkürzt und dann auch noch Landessiegerin wird.“

Zu den Berufen, die bei Ford in Saarlouis ausgebildet werden, gehören neben der Fachkraft für Lagerlogistik auch die Kfz-Mechatroniker, die Industriemechaniker, die Werkzeugmechaniker und die Elektroniker für Betriebstechnik.