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Meinung Saarlouis Haushalt Bastong: Bei aller Freude ist nun Vorsicht geboten

Meinung : Bei aller Freude ist nun Vorsicht geboten

Warum sich die Stadt Saarlouis Ausgaben leisten kann, erklärt SZ-Redakteurin Nicole Bastong in ihrem Kommentar.

Im Vergleich zu vielen anderen Kommunen im Land schwimmt Saarlouis geradezu im Geld. Einige wirklich gute Jahre haben die Kassen gefüllt, die Stadt kann sich Ausgaben leisten, von denen andere nur noch träumen; zum Beispiel zur Unterstützung von Vereinen, für Kultur und andere freiwillige Ausgaben, die in vielen Kommunen schon gestrichen sind. Aber bei aller Freude ist hier Vorsicht geboten. Erfreulich, ja, dass die Gewerbesteuern in Saarlouis nicht so eingebrochen sind wie angenommen – aber die Krise ist ja noch nicht zu Ende. Das dicke Ende kann noch kommen und sich zeitverzögert in der Stadtkasse niederschlagen. Dass die Schwankungen hier bisher kaum zu erklären sind, sollte misstrauisch machen. Nur auf den ersten Blick erfreulich ist auch, dass die Stadt so viel eingespart hat und deutlich weniger ausgegeben hat als geplant. Denn es wurden in erster Linie Bauvorhaben aufgeschoben – das Geld wird also nur später ausgegeben, der Sanierungsbedarf wird nicht kleiner und die drängenden Vorhaben stauen sich zudem in der Bauabteilung. Und bei allem Optimismus hat die Pandemie doch deutlich gezeigt: Jederzeit können unvorhersehbare Ausgaben auf die Kommunen zukommen.