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Volleyball
Mehr Spitzenspiel geht nicht

VSG-Trainer Gilbert Pohl sieht sein Team als Außenseiter.
VSG-Trainer Gilbert Pohl sieht sein Team als Außenseiter. FOTO: ROLF RUPPENTHAL / rup
Schwalbach. Volleyball: Oberliga-Frauen der VSG Saarlouis empfangen Tabellenführer Andernach. Von Roland Schmidt

Elf Partien, neun Siege: Die Volleyballerinnen der VSG Saarlouis spielen bislang eine starke Saison. Vor dem Gipfeltreffen in der Oberliga in der Jahnsporthalle Schwalbach belegt die Truppe von Gilbert Pohl zwar „nur“ Rang zwei, doch das kann sich ja an diesem Samstag im Heimspiel gegen Tabellenführer DJK Andernach ab 16 Uhr ändern. „Wir haben ein Spiel weniger und liegen einen Punkt zurück. Wenn wir gewinnen, ziehen wir vorbei“, beschreibt der Trainer die Ausgangslage.


Trotz Heimvorteil sieht Pohl die VSG in der Außenseiter-Rolle, eine vordere Platzierung sei nie das Ziel gewesen. „Wir wollten möglichst schnell so viele Punkte sammeln, dass wir in der Rückrunde nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Das Ziel ist schon erfüllt“, sagt der Teamchef.

Dass seine Mädels derart auftrumpfen, überrascht ihn – und irgendwie auch nicht. „Ich weiß, was sie drauf haben. Sie können gegen jeden Liga-Rivalen gewinnen, aber auch verlieren“, sagt Pohl und denkt an die 2:3-Schlappe beim TV Holz II im ersten Spiel 2018. Die andere Niederlage kassierte die VSG in Andernach (23:25, 25:27, 21:25). „Ein enges Ding. Wir hätten dort auch mit 3:0 gewinnen können“, sinniert Pohl. „Der Titelanwärter ist abwehrstark und schlägt harte Angaben. Die stehen nicht umsonst da oben“, sagt der Mann, der die erste Frauenmannschaft ununterbrochen seit 1983 trainiert.

Eingefleischte Volleyball-Fans erinnern sich gerne an die alten Zeiten, als der VSG-Trägerverein TV Hülzweiler in den 70ern mit den Männern und später mit den Frauen in der 2. Bundesliga oder im DVV-Pokal gegen die deutsche Volleyball-Elite kämpfte. Lange Jahre war der Verein das Aushängeschild im Landesverband. 2003 gelang den Frauen der Aufstieg in die 2. Liga und nach dem Abstieg der direkte Wiederaufstieg. Nach zwei weiteren Bundesliga-Jahren folgten fünf erfolgreiche Regionalliga-Spielzeiten mit drei Titeln. 2012 hätte der Meister sogar wieder direkt in die 2. Liga aufsteigen können. Wegen des personellen Aderlasses lehnte die VSG ab. Saarlouis zog sich in die Oberliga zurück, stieg später sogar in die Verbandsliga ab und wieder auf.

Ähnlich erging es dem Männerteam der VSG, das nach längerer Durststrecke heute in der Oberliga ebenfalls Rang zwei belegt, allerdings mit sechs Punkten Rückstand auf Tabellenführer VC Lahnstein. Zeitgleich mit den Damen gehen die Jungs um 16 Uhr in der Sporthalle Ensdorf gegen den VC Mainz ans Netz – und wollen die Position des Top-Verfolgers behaupten. Nach längerem Schattendasein schmettert sich der frühere Spitzenklub also gleich im Doppelpack ins Scheinwerferlicht der Oberliga zurück. Und in beiden Hallen gilt: Erst die Punkte, dann die gemeinsame Fastnachtsgaudi – auf dem Turboball in Hülzweiler