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Mehr Polizeipräsenz im Stadtkern

Mehr Polizeipräsenz im Stadtkern

Tägliche Streifen am Kleinen Markt und am Busbahnhof werden zurückgefahren.

(we) Die Polizei Saarlouis beendet am Sonntag planmäßig ihre fast täglichen Streifengänge am Kleinen Markt und am Busbahnhof. Wie der Leiter der Polizeiinspektion (PI) Saarlouis, Polizeioberrat Christian Zimmer, am Freitag sagte, wird es statt dessen eine "verstärkte Polizeipräsenz im gesamten Stadtkern" geben. Die täglichen Streifen am Kleinen Markt waren möglich geworden, weil eine flexibel einsetzbare sogenannte Operative Einheit (OpE) in Saarlouis stationiert wurde und dadurch personelle Ressourcen frei wurden. Beamte der OpE und der PI Saarlouis kontrollierten in den sechs Wochen laut Zimmer 138 Personen. Acht Verfahren wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Btm) und einmal wegen Handel mit Btm wurden eingeleitet. Den Haupteffekt vermutet Zimmer darin, dass die dichte Polizeipräsenz Täter abgeschreckt habe. Zudem sei es wichtig, zu demonstrieren, dass der offene Konsum von Btm in der City nicht toleriert werde.

Zimmer sagte auch, 2016 seien in diesem Bereich 233 Straftaten angezeigt worden, darunter 26 Körperverletzungen und 35 Taschendiebstähle. Die meisten davon wurden auf dem Weihnachtsmarkt registriert. Insgesamt wurden 2016 in Saarlouis 4006 Straftaten angezeigt, davon etwa die Hälfte (1888) in der Innenstadt. Darunter fielen auch zahlreiche Ladendiebstähle. Allein am Kleinen Markt und am Busbahnhof seien es so viele wie in ganz Lisdorf gewesen.

OB Roland Henz schlug am Donnerstag im Hauptausschuss vor, Innenminister Klaus Bouillon zu einer Sitzung des Saarlouiser Netzwerks "SicherheitOrdnungSauberkeit" einzuladen. Dabei solle die konkrete Zusammenarbeit zwischen Stadt und Polizei erläutert werden, die weitgehend der Idee einer "Sicherheitspartnerschaft" zwischen Stadt und Land entspreche. Henz kann sich vorstellen, "dass wir Bouillon eine Sicherheitspartnerschaft anbieten, um von Erkenntnissen des Innenministeriums zu profitieren". Was CDU-Ausschussmitglied Tim Flasche "hinreichend überraschte", weil OB und die Mehrheit des Rates eine solche, allerdings vom Land initiierte, Sicherheitspartnerschaft vor der Landtagswahl abgelehnt hatten. Der Unterschied, so Henz: "Ich biete dem Innenministerium an, bei uns mitzumachen."