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Die Top-Namen: Marie, Mia und Ben sind am beliebtesten

Die Top-Namen : Marie, Mia und Ben sind am beliebtesten

Marie und Mia bei den Mädchen und Ben bei den Jungen waren 2017 die beliebtesten Vornamen im Kreis Saarlouis. Die Zahl der Geburten lag 2017 mit 1953 fast auf dem Niveau des Vorjahres (1957).

Wenn in sechs Jahren die Neugeborenen des Jahrgangs 2017 eingeschult werden, ist es recht wahrscheinlich, dass in den Klassen Kinder mit den Vornamen Marie, Mia und Ben sitzen. Marie und Mia setzten sich mit 19 Nennungen knapp gegen Lena (17) und Emilia (16) durch. Ben führt mit 22 Nennungen die Hitliste vor Leon (20) und Paul (18) an. Diese Zahlen gab das Saarlouiser Standesamt auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung bekannt. Wer die Statistik aufmerksam liest, stellt fest, dass bei den Mädchen eigentlich zwei anderen Namen der Spitzenplatz gebührt: Sophia auf Platz sechs und Sophie auf Rang 14 kommen zusammen auf 27 Nennungen, Hanna(h) mit und ohne „h“ zusammen auf 21.

In diesem Jahr weist die Vornamenstatistik zum ersten Mal seit etlichen Jahren wieder erste, zweite und dritte Vornamen aus. „Der erste Vorname ist dabei aber nicht verpflichtend wie früher der sogenannte Rufname, der auch in offiziellen Papieren unterstrichen wurde, es geht dabei rein um die Reihenfolge, in der die Namen eingetragen wurden“, erläutert der Leiter des Saarlouiser Standesamtes, Thomas Wirth. Nach wie vor können Kinder mit mehreren Vornamen daraus ihren Rufnamen beliebig auswählen.

Während Marie den Spitzenplatz behauptete, dazu kommen noch weitere 18 Nennungen als zweiter Vorname, fiel Vorjahrssieger Jonas mit nur noch zwölf Nennungen auf Rang zwölf zurück. Ben katapultierte sich hingegen von Rang zehn im vergangenen Jahr an die Spitze. Bei den Vornamen für Jungen setzt sich der Trend fort, dass es Jahr für Jahr recht große Veränderungen gibt, während man bei den Mädchennamen unter den Top-Ten eigentlich immer „die gleichen Verdächtigen“ findet: Marie, Mia, Lena, Emilia und Emma. Gegenüber 2016 aus der Spitzengruppe herausgefallen sind nur Sophie und Maria, weil die meist als zweite Vornamen, nämlich jeweils 25 Mal, eingetragen wurden. Beliebtester zweiter Vorname für Jungen war Alexander mit neun Nennungen.

Insgesamt waren die Eltern aber mit der Vergabe von Vornamen sparsam: 1322 der insgesamt 1953 Neugeborenen erhielten nur einen Vornamen. Das sind 67,7 Prozent, also über zwei Drittel. Im Vorjahr waren es 1247 von 1957, also 63,7 Prozent. „Ein Grund könnte sein, dass es seit 2017 nicht mehr erforderlich war, einem geschlechtsneutralen Vornamen einen weiteren geschlechtsspezifischen Vornamen anzufügen“, vermutet Wirth. Als nicht geschlechtsspezifisch gelten beispielsweise Luca (wird aber heute meist nur für Jungen vergeben), die russische Koseform Sascha für Alexander und Alexandra, Nikita, Kai oder Kim.

Seit Inkrafttreten des Gesetzes zur „Ehe für alle“ am 1. Oktober 2017 haben zwar keine gleichgeschlechtlichen Paare das Aufgebot bestellt, wohl aber wurden eingetragene Lebenspartnerschaften in eine Ehe umgewandelt. „Fünf Paare haben von dieser unbürokratischen Möglichkeit Gebrauch gemacht und in einem formalen Akt die Partnerschaft in eine offizielle Ehe umgewandelt“, berichtet Wirth. Da keinerlei Prüfungen erforderlich seien, sei diese Umwandlung zudem gebührenfrei. Seinem Eindruck nach sei es den Paaren vor allem darum gegangen, jetzt offiziell verheiratet zu sein und eine Heiratsurkunde zu bekommen.

Rechtlich haben die gleichgeschlechtlichen Ehepaare keine weiteren Vorteile gegenüber der eingetragenen Lebenspartnerschaft, außer dass sie jetzt auch Kinder adoptieren können. Das ging bislang nur bei Stiefkindern, also ein Partner musste ein leiblicher Elternteil sein, dann konnte der andere Partner das „Stiefkind“ adoptieren. Mit der „Ehe für alle“ wurden auch die Begriffe Ehemann und Ehefrau aus dem Sprachsatz des Standesamtes und von allen Urkunden gestrichen. Hier ist seit Inkrafttreten der neuen Regelung nur noch von Ehegatte 1 und Ehegatte 2 die Rede.

Die Zahl der Eheschließungen blieb dabei mit 149 gegenüber 144 im Jahr 2017 fast konstant. Die Zahl der Kirchenaustritte hat sich im Jahresvergleich von 179 auf 190 leicht erhöht.