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Motivationstraining
Wir werden ohne Ende unterbrochen

Veranstalter, Hausherr und Referent vor 300 Gästen (von rechts): Carsten Meier (IHK-Geschäftsführer), Sonja Anton (IHK-Vizepräsidentin), Harald Feit (Der Verband), Marco Freiherr von Münchhausen, Volker Arnold (BMW Saarland) und Christian Wegner (IHK)
Veranstalter, Hausherr und Referent vor 300 Gästen (von rechts): Carsten Meier (IHK-Geschäftsführer), Sonja Anton (IHK-Vizepräsidentin), Harald Feit (Der Verband), Marco Freiherr von Münchhausen, Volker Arnold (BMW Saarland) und Christian Wegner (IHK) FOTO: Axel Künkeler
SAARLOUIS . Der Erfolgstrainer und Bestsellerautor Marco von Münchhausen war zu Gast bei der „IHK-regional“-Abschlussveranstaltung in Saarlouis. Von Axel Künkeler

Die Abschluss-Veranstaltung der Reihe „IHK regional“ fand am Donnerstag in der BMW-Niederlassung an der Rodener Schanze statt. Hausherr Volker Arnold (BMW Saarland) und IHK-Vizepräsidentin Sonja Anton durften mehr als 300 Gäste begrüßen, die von Marco Freiherr von Münchhausen erfahren wollten, wie man in einer digitalisierten Welt wieder zur Kraft der Konzentration findet.


Der Erfolgstrainer und Bestsellerautor zeigte mit anschaulichen Beispielen und praktischen Übungen wie dies gelingen kann. „Das war Entertainment pur“, lobte IHK-Geschäftsführer Carsten Meier den Referenten unter starkem Beifall der Zuhörer. „Ein gewisser Show-Effekt ist dabei“, räumte auch von Münchhausen ein. Er spielte regelrecht mit seinem Publikum. Dabei waren die Inhalte und Gedächtnisübungen, wie die schon aus der Antike bekannte Mnemotechnik, nicht wirklich neu.

Zu Beginn ließ sich Freiherr von Münchhausen zwanzig Begriffe vom Publikum zurufen, die der Reihe nach notiert wurden. Ob Tannenbaum oder Currywurst, Gehirnjogging oder Bitcoin, alle zwanzig Begriffe konnte er anschließend in der richtigen Reihenfolge aus dem Gedächtnis abrufen. „Das ist nichts Besonderes“, erklärte er den beeindruckten Zuhörern, „das können Sie auch bevor, Sie nach Hause gehen.“



Konzentration sei machbar, betonte Marco von Münchhausen, obwohl wir es in Schule und Beruf nie gelernt haben. Wichtig sei es zunächst, sich klare Ziele zu setzen. Allein dies erzeuge eine „Magnetwirkung“ für die Bewältigung eigener Aufgaben. Je klarer die Aufgabe formuliert sei, umso größer sei die Magnetkraft. Die zweite Voraussetzung sei es, sich von den äußeren Störungen abzuschirmen. Das sei heute so schwer wie noch nie, „wir werden ununterbrochen unterbrochen“.

Im Schnitt sei das letztlich alle elf Minuten, wodurch unter anderem auch ein volkswirtschaftlicher Schaden von 50 Milliarden Euro erzeugt werde, zitierte von Münchhausen Ergebnisse von Arbeitswissenschaftlern. Daher riet er seinen Zuhörern eindringlich: „Schirmen Sie sich von den Störungen durch Smartphone und Laptop ab.“ Der schleichende Prozess der Digitalisierung etwa seit dem Jahr 2000 habe unser Verhalten im Umgang miteinander verändert.

„Wir haben es nicht gemerkt“, beklagte er, dass Anrufe und das Spielen mit dem Handy Vorrang vor dem persönlichen Gespräch bekommen haben. Zeitinseln der Ungestörtheit könne man sich aber selbst schaffen durch Verzicht auf E-Mails, Telefon sowie Gespräche. „Fangen Sie mal mit einer Stunde täglich an“, schlug Marco von Münchhausen vor.

Zudem riet er vom so genannten Multitasking ab. Die Vorstellung, mehrere Dinge gleichzeitig machen zu können, sei unrealistisch und gefährlich. „Mit voller Aufmerksamkeit kann sich das Gehirn nur einer Sache widmen“, betonte der Redner. Zwar könne man bei automatisierter Tätigkeit über das Zwischenhirn parallel mit dem Großhirn konzentrierte Arbeiten verrichten. Aber selbst das sei nicht völlig ungefährlich, verwies von Münchhausen die Anwesenden eindringlich auf die Risiken von ablenkenden Telefonaten selbst mit Freisprechanlage bei Autofahrten.

„Konzentration kann man trainieren“, betonte der Referent abschließend. Dazu sei jede Form der Meditation geeignet. Ob Yoga oder autogenes Training, es reiche schon, sich einer Sache für eine gewisse Zeit mit voller Aufmerksamkeit zu widmen. „Egal, was Sie tun“, ob Kochen oder Gartenarbeit, Sport treiben oder lesen, „tauchen Sie einfach ein“. Wer dabei ganz bei sich bleibe, schule schon seine Konzentration, beendete er seinen Vortrag.

Nicht jedoch ohne sein Versprechen vom Beginn der Veranstaltung einzulösen. In eine reich bebilderte Geschichte packte er zwanzig Gegenstände, die er gedanklich an bestimmten Plätzen ablegte und miteinander verknüpfte. Anschließend war das Publikum ebenfalls in der Lage, die zwanzig Gegenstände aus dem Gedächtnis abzurufen. Dank der Mnemotechnik, die zwar schon die alten Griechen kannten, aber mit der man offenbar auch noch heute sein Publikum verblüffen kann.