Man sollte immer Mensch sein

Meine Tage in der Saarlouiser Redaktion sind gezählt. Im Juli werde ich mich beruflich neuen Herausforderungen stellen.Was ich aus rund fünf Jahren SZ mitnehme, ist vor allem eins: Was niemals auf der Strecke bleiben darf, ist die Menschlichkeit.

Als Redakteur sollte man nicht den Übermenschen anstreben, der stets furchtbar kritisch sein muss, damit man ja bloß ernst genommen wird. Denn im Lokalen erzählt man in erster Linie Geschichten. Damit sich aber Menschen öffnen und uns an ihren kostbaren Erinnerungen und Erlebnissen teilhaben lassen, braucht es einiges an Einfühlungsvermögen.

Ich habe bei allen Begegnungen immer Wert darauf gelegt, Mensch zu sein. Wieso? Weil es mir viel gegeben hat. Ich bin dankbar für all die kleinen Momente, die mich persönlich berührt haben - zum Beispiel für die feuchten, aber glücklichen Augen, in die ich im Rahmen der SZ-Serien "Mein liebstes Foto" und "Gepflegt alt werden" geschaut habe. Ja, für diesen Job muss man ein Menschenfreund sein - und der werde ich bleiben. Adieu.