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Lange Warteliste in Villa Barbara

Lange Warteliste in Villa Barbara

Der Umgang mit Menschen mit Demenz erfordert Umdenken und Flexibilität. Genau darauf hat sich das Tagespflege-Angebot der Villa Barbara in Saarlouis spezialisiert.

 Nicole Robert (l.) ist eine der ehrenamtlichen Helferinnen der Villa Barbara. Fotos: Barbara Scherer
Nicole Robert (l.) ist eine der ehrenamtlichen Helferinnen der Villa Barbara. Fotos: Barbara Scherer

"Als ich vor acht Jahren hier anfing, waren unter der Woche höchstens zehn Gäste da", erinnert sich Stefanie Mohra. Sie arbeitet als stellvertretende Pflegeleitung in der Villa Barbara in Saarlouis . Heute sind die 21 Tagespflege-Plätze im Demenz-Zentrum vollständig belegt, es gibt sogar eine Warteliste. Im oberen Geschoss werden zurzeit 20 weitere Plätze geschaffen, erzählt Andreas Sauder, Leiter der Landesfachstelle Demenz : "Wenn diese fertig sind, können wir direkt voll belegen." Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für demente Menschen ist also gegeben - und die Betreuung ist für das Team der Villa Barbara von Flexibilität geprägt. "Keine Demenz ist gleich der anderen", sagt Stefanie Mohra, "wir müssen immer wieder umdenken". Ziel ist es immer, den Menschen so lange wie möglich die Chance zu bieten, im eigenen Haus zu wohnen. Denn dorthin geht es abends zurück.

Während des Tages kümmern sich in der Villa Barbara 30 Menschen um die Gäste, unterstützt werden sie durch ehrenamtliche Helfer. Auf dem Programm stehen ein wöchentlicher Besuch eines Sporttherapeuten, Sturzprophylaxe, Spiele und Weiteres.

"Das Programm richtet sich nach der Tagesverfassung", sagt Mohra, "auch demente Menschen haben mal einen schlechten Tag". Mit dem Bezug der Erweiterung im oberen Geschoss - voraussichtlich im Sommer - wird zusätzlich eine Therapieküche in Betrieb genommen. "Dort wird dann mit den Gästen gekocht", erklärt Mohra.

Eine Betreuung ist zwischen 8 und 20 Uhr möglich, ein Fahrdienst ist vorhanden. Das Essen wird vor Ort vorbereitet. Die Kosten liegen je nach Pflegestufe zwischen 45 und 86 Euro, davon bleiben 19,81 Euro Eigenanteil. Aufgrund des erhöhten Betreuungsbedarfs steht Menschen mit Demenz ein zusätzlicher Betrag von 104 beziehungsweise 208 Euro monatlich zu. Dieser kann für den Eigenanteil eingesetzt werden.