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Landrat will regionale Produkte stärken

Landrat will regionale Produkte stärken

Gerlfangen/Reisbach. Eine Kuh-Komfortbürste, Selbstvermarktung im Hofladen und der Blick vom Restaurantstuhl gerade in den Stall hinein. Da stecken kreative und engagierte Landwirtköpfe dahinter. Bei der Besichtigung zweier Bauernhöfe hat Landrat Patrik Lauer Ziele im Kopf und will für die Umsetzung Ideen sammeln und Partner gewinnen

Gerlfangen/Reisbach. Eine Kuh-Komfortbürste, Selbstvermarktung im Hofladen und der Blick vom Restaurantstuhl gerade in den Stall hinein. Da stecken kreative und engagierte Landwirtköpfe dahinter. Bei der Besichtigung zweier Bauernhöfe hat Landrat Patrik Lauer Ziele im Kopf und will für die Umsetzung Ideen sammeln und Partner gewinnen. "Regionalität soll als Thema in die Köpfe kommen, regionale Erzeuger sollen in Schulverpflegung und Vermarktungsstrategien mehr eingebunden werden." Um den Meinungsaustausch zum Thema stärker ins Rollen zu bringen, lässt sich Lauer über den Labacher Hof in Reisbach und den Pehlinger Hof in Gerlfangen führen.

Für Landwirte und Bürger

Das wirtschaftliche Standbein von Klaus Fontaine ist die Milchwirtschaft, aber auch Getreideanbau und Bullenkälbermast betreibt er auf dem Labacher Hof. "Mehr Regionalität ist wichtig für uns Landwirte, aber auch für Bürger und Berufe wie den des Metzgers", sagt Fontaine. 170 Kühe hat er in dem modernen Stall stehen, in dem sich jede Kuh frei bewegen kann. "Für Reinigung und Massage haben wir erst eine Kuh-Komfortbürste installiert". Prompt läuft eine Kuh zur Bürste, leicht angestoßen kreiselt die über den Viehrücken.

Lauer will das Schulessen gesünder machen und das gemeinsame Frühstück in Ganztagsschulen einrichten. Dafür sucht er Unterstützung bei den Landwirten. Fontaine hat Erfahrung aus Projektwochen an Schulen, in denen Kinder frische Produkte wie Milch und Obst gereicht wurden: "Wir sind froh darüber, dass man dabei die Brücke zu uns schlägt."

Auf dem Pehlinger Hof in Gerlfangen hat sich Familie Adam auf der Grundlage von Obst- und Ackeranbau ganz anders organisiert: Die Milchviehwirtschaft wurde 2011 eingestellt, dafür eine Festscheune mit 90 Plätzen eröffnet. Brände und Liköre aus der eigenen Schnapsbrennerei werden zusammen mit Eiern und Produkten vom Rind im 1993 gegründeten Hofladen verkauft.

In der Bauernstube speisen Gäste seit 1997. Dort können die Gäste durch ein Fenster in den Kuhstall oder auf die Brennerei schauen. Dabei kommt die Diskussion um gesundes Essen für Schüler und Kindergartenkinder wieder auf. Gastwirtwirtin Petra Adam hält es für praktischer, dass eine Hauswirtschafterin in einer kleinen Küche vor Ort kocht, als dass ein Caterer das fertige Essen zur Mittagspause an mehrere Einrichtungen ausliefern soll.

Kochen in der Schule?

"Geht auch", meint Lauer. Allerdings könne der Landkreis diese Idee nur bewerben, da viele Kindergärten in kommunaler oder kirchlicher Trägerschaft sind. Zudem brauche es dafür wahrscheinlich Subventionen.

Lauers Fazit ist am Ende der zwei Hofbesichtigungen positiv. "Die Bereitschaft, ein Netzwerk regionaler Vermarktung zu intensivieren, ist da." Das mache Mut für weitere Gespräche mit anderen Landwirten.