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Lafontaine und Ulrich reichen sich die Hand

Lafontaine und Ulrich reichen sich die Hand

Saarlouis. Zu einem ersten Sondierungsgespräch über die Möglichkeiten einer rot-rot-grünen Koalition im Saarland haben sich gestern die Verhandlungsdelegationen von Linken und Grünen in Saarlouis getroffen. Nach einem rund zweistündigen Austausch hinter verschlossenen Türen gaben Oskar Lafontaine für die Linke und Hubert Ulrich für die Grünen ihre kurzen Erklärungen ab

Saarlouis. Zu einem ersten Sondierungsgespräch über die Möglichkeiten einer rot-rot-grünen Koalition im Saarland haben sich gestern die Verhandlungsdelegationen von Linken und Grünen in Saarlouis getroffen. Nach einem rund zweistündigen Austausch hinter verschlossenen Türen gaben Oskar Lafontaine für die Linke und Hubert Ulrich für die Grünen ihre kurzen Erklärungen ab. So sagte Lafontaine, dass man sich anhand der vorliegenden Landtagswahlprogramme über die einzelnen Politikfelder unterhalten habe. Ulrich ergänzte, man habe eine Reihe von Positionen ausgetauscht. Am nächsten Mittwoch werde man die Sondierung zwischen Grünen und Linken fortsetzen.Einen Schwerpunkt wolle seine Partei bei der Sanierung der Landesfinanzen setzen, sagte Lafontaine weiter. Denn erst im Gespräch mit der SPD habe man erfahren, "wie desaströs" sich der Landeshaushalt an der Saar in den vergangenen Jahren entwickelt habe. Insofern werde man die politischen Vorhaben "im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten" angehen. Vertraulichkeit vereinbartAuf die Frage, ob deshalb auch mit einem Personalabbau in der Landesverwaltung zu rechnen sei, antwortete der Linken-Chef: "Wir haben über die Gespräche Vertraulichkeit vereinbart; Detailfragen werden dann beantwortet, wenn sie anstehen."Das Verhältnis von Linken und Grünen ist im Saarland nicht nur durch den Übertritt der Landtagsabgeordneten Barbara Spaniol angespannt, die der Grünen-Fraktion vor zwei Jahren den Rücken gekehrt hatte. Zusätzlich hatte Lafontaine im Landtagswahlkampf versucht, einen erneuten Einzug der Öko-Partei in den Landtag zu verhindern. Vor Journalisten hatte er gesagt: "Ich will eine Jamaika-Koalition verhindern. Wir kämpfen für eine rot-rote Regierungs-Mehrheit, nicht für eine rot-rot-grüne Koalition." Darauf hatte Ulrich den Spieß umgedreht und den Wählern empfohlen "Lafontaine links liegen" zu lassen. Außerdem gab es deutliche Meinungsverschiedenheiten wegen des Bergbaus. Um dieses Kapitel abzuschließen, hatte Lafontaine vor Aufnahme des Sondierungsgesprächs gesagt: "Es geht jetzt um Sachprobleme; der Wahlkampf liegt hinter uns." Am nächsten Mittwoch wollen die Grünen zunächst wieder mit der Linken reden, bevor am Donnerstag und Freitag zwei Dreierrunden folgen, und zwar zunächst mit CDU und FDP, danach mit SPD und Linken.