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Künstler Saxa stellt in Galerie Palz Saarlouis aus

Kunstausstellung : Nur Saxa kann seine Bilder vorlesen

Er kommt zur Ausstellungseröffnung, um aus seinen Bildern zu lesen. Buchstäblich. Das kann nur „Saxa“ Sascha A. Lehmann sein. Am Sonntag in der Galerie Palz in Saarlouis.

Saxa? Lateinisch, heißt „Steine“. Saxa loquuntur, Steine reden, ein Bibelzitat, das gern von denen benutzt wird, die berufsmäßig mit Steinen zu tun haben. Lithografen, zum Beispiel. Aha, deswegen heißt die Ausstellung, die am Sonntag in der Galerie Palz in Saarlouis eröffnet wird, so: Saxa.

Alles falsch. Saxa ist die katalanische Schreibweise des Vornamens von Dr. Sascha A. Lehmann. Als Jugendlicher war er öfter dort im Urlaub, spielte mit der einheimischen Schreibweise und behielt sie einfach bei. Auch wenn, wie er selbst schreibt, viele seinen Vornamen eben mit X aussprechen.

Da scheint schon Saxas Spaß am Spiel auf, wie es seine Kunst heute durch und durch prägt. Es ist vor allem das Spiel mit der Sprache, vor allem der geschriebenen. Er sagt über sich: „Worte sind für mich wichtige Werkzeuge zur künstlerischen Auseinandersetzung mit Menschen und deren Geschichten. Lesen und Schreiben, Hören und Sprechen dienen dem Dialog. So können wir uns erreichen. Und genau so versuche auch ich zu erreichen, dass meine Porträts nicht einfach Personen abbilden, sondern Persönlichkeiten verbildlichen.“

„Extrem orignell, ich kenne nichts Vergleichbares“, sagt Galerist Michael Palz. Saxa Lehmann sucht sich eine Persönlichkeit aus, die er porträtieren möchte. Von Frank Zappa und Martin Luther bis John Lennon und Paul Bocuse. Oder Beethoven, Dalí, Lindenberg. Dann sucht er einen Text, Wörter, die innig mit dem Menschen verbunden sind. Passagen aus Biografien, Gedichte, Briefe, Texte auch von ihm selbst. Diese Texte schreibt er von Hand auf eine Leinwand, die er zuvor mit einer Art Vorzeichnung präpariert hat. Die Vorzeichnung zeigt nun an, wo der Künstler Buchstaben verdicken muss, tiefer schwarz färben oder überhaupt Farbe geben muss. So wird buchstäblich im Text ein Gesicht aus Buchstaben. Die Gesichter sind mühelos identifizierbar, die Texte nur mit Mühe. Und was man dann gelesen hat, weiß man meist immer noch nicht. Saxa liefert in der Regel keine Gebrauchsanweisung mit.

So changiert der Mensch zwischen seinem Bild und dem Geschriebenen. Was Sascha A. Lehmann in seinem Kölner Atelier überzeugend gelingt. Beispiele sind bei Palz zu sehen: John Lennon, Udo Lindenberg, Audrey Hepburn, Ludwig van Beethoven, Paul Bocuse, Marilyn Monroe, zum Beispiel. Meist als Serigrafie, aber es gibt auch Unikate.

Saxa, Jahrgang 1975, spielt mit Bild und Text, aber er spielt auch im Leben. „Nach meinem Zivildienst in einer großartigen Behinderteneinrichtung des Marburger Studentenwerkes arbeitete ich als Bauleitungsassistent für anderthalb Jahre auf einer Gießener Großbaustelle. Das Haus steht noch immer“, schreibt er auf seiner Internetseite. Es folgte ein Medizinstudium, Promotion, Approbation. Aber die künstlerische Leidenschaft hatte ihn gepackt, der Mediziner war abgeschrieben.

Heute arbeitet er mit seinem Atelier SAXA. „Ein Wir und, es lebt den Anspruch, künstlerische Ideen, soziales, politisches und kulturelles Bewusstsein und Engagement sowie unternehmerisches Handeln nachhaltig und erfolgreich zu kombinieren. An erster Stelle stehen die, die dabei sind: Mitarbeiter und Partner, Kunden und Auftraggeber wie auch Interessierte und Kritiker. Kunst ist für uns das geeignete Umfeld für intensive Auseinandersetzungen mit Menschen, die uns begegnen, und Themen, die uns bewegen. Wir lieben Worte und sind gerne offen für alle und alles.“

John Lennon von Saxa . Foto: Palz

 Saxa will zur Eröffnung am Sonntag, 11 bis 13 Uhr, anwesend sein. Die Galerie (Lisdorfer Straße, Saarlouis) ist an diesem Sonntag zusätzlich von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Bis 1. April.