Künftig mehr Kosten für Bürger bei Grünschnittentsorgung

Künftig mehr Kosten für Bürger bei Grünschnittentsorgung

Spätestens 2018 sollen für die 52 saarländischen Gemeinden neue Umweltauflagen und schärfere bauliche Standards für die Grünschnittentsorgung gelten. Das führe aber auch zu höheren Kosten für die Bürger, so der EVS.

Rasen mähen, Hecken schneiden, Bäume auslichten: Rund 85 Kilo Grünschnitt, - etwas mehr als im Bundesdurchschnitt - produziert derzeit jeder Saarländer pro Kopf im Jahr. Was nicht über die grüne Biotonne entsorgt wird, kann bisher noch in vielen saarländischen Städten und Gemeinden kostenlos zu speziellen Sammelstellen, Kompostieranlagen oder Wertstoffhöfen gefahren werden. Doch damit dürfte es bis spätestens 2018 überall vorbei sein: Laut neuem Abfallwirtschaftsgesetz sind ab dann für die Verwertung des in privaten Haushalten anfallenden Grünschnitts nicht mehr die Kommunen, sondern der Entsorgungsverband Saar (EVS) zuständig. Das wurde gestern in einem "Grüngut-Forum" in Saarlouis-Fraulautern besprochen.

Für die 52 saarländischen Gemeinden bedeute das neue Umweltauflagen und schärfere bauliche Standards beides Sachen, die erheblich Geld kosten und zwecks Kostendeckung wohl auf die Bürger abgewälzt werden.

Schon jetzt zahlen die Saar-Kommunen jährlich fast 4,5 Millionen Euro für die Grüngutverwertung. Bis Ende 2015 will nun "der EVS ein Konzept erarbeiten, das sowohl den aktuellen ökologischen Standards wie auch der Wirtschaftlichkeit Rechnung trägt und dabei kommunale Strukturen einbezieht", kündigten die EVS-Geschäftsführer Georg Jungmann (CDU ) und Karl Heinz Ecker (SPD ) an. Dass der Grünschnitt den Bürger künftig teurer zu stehen kommen dürfte, sei bereits sicher, wie hoch die Kosten sein werden, sei jedoch noch unbekannt. Auch 35 Kompostieranlagen, 25 Grünschnitt-Sammelstellen und 32 Wertstoffhöfe müssen neu strukturiert werden, an dem Konzept werde derzeit noch gearbeitet.

Etwa zwei Drittel des anfallenden Grüngutes sollen qualitativ hochwertiger kompostiert werden, heißt es. Die Vermarktung von Blumenerde ist angedacht, wie es der Saarbrücker Entsorger ZKE bereits vormacht.

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