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Kriegsgräber in aller Welt pflegen

Kriegsgräber in aller Welt pflegen

Saarlouis. Etwa zwei Millionen deutsche Kriegstote liegen auf 827 Kriegsgräberstätten in 100 Ländern der Erde. Hinzu kommen Denkmäler und Friedhöfe des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71, über 64 Anlagen aus den deutsch-dänischen Kriegen 1848/51 und 1864 sowie etwa 180 Friedhöfe deutscher Kriegsgefangener

Saarlouis. Etwa zwei Millionen deutsche Kriegstote liegen auf 827 Kriegsgräberstätten in 100 Ländern der Erde. Hinzu kommen Denkmäler und Friedhöfe des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71, über 64 Anlagen aus den deutsch-dänischen Kriegen 1848/51 und 1864 sowie etwa 180 Friedhöfe deutscher Kriegsgefangener.Um diese Gräber kümmert sich seit seiner Gründung 1919 der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, VDK. Das macht er heute im Auftrag der Bundesregierung. Unterstützung für diese Arbeit kommt vielfach von der Bundeswehr, wie beispielsweise bei der Sammelaktion zum Volkstrauertag.

Über die Haus- und Straßensammlung 2011 informierten am Montagmorgen VDK und Kommandeure der im Saarland stationierten Bundeswehreinheiten im Offizierskasino der Graf-Werder-Kaserne Saarlouis. Dabei verwies General Eberhard Zorn, Kommandeur der Luftlandebrigade 26, darauf, am Volkstrauertag nicht nur der Opfer von Weltkriegen und Gewaltherrschaft zu gedenken, sondern auch der Opfer der Bundeswehr in heutiger Zeit. Dazu werde man "die aktiven Soldaten stärker einbinden".

Eine wichtige Rolle bei der Sammelaktion spielten jedes Mal Bundeswehr und Reservisten für den VDK, betonte der saarländische VDK-Vorsitzende Kurt Schoenen. Etwas mehr als ein Drittel trügen die Frauen und Männer in Uniform zur Gesamtsumme bei. Das waren 2010 rund 90 000 Euro. Denn "sie genießen bei der Bevölkerung einen anderen Stellenwert als die zivilen Sammler."

Mit rund 16 Cent pro Einwohner liege das Saarland bei dieser Sammlung bundesweit auf dem dritten Platz. Man sammle nicht für einzelne Orte und Regionen, sondern "für die Zwecke des Volksbundes, dessen Sitz in Kassel ist", erklärte Schoenen.

Sorge bereite ihm, was am jetzigen Mittwoch bei der Entscheidung zur Standortreform herauskommt. Denn "wo Standorte geschlossen wurden, schlägt sich das unmittelbar auf die Sammlung nieder."

 (Von links): VDK-Beauftragter Joachim Unruh, Bundeswehrvertreter Thomas Schmidt, Stefan Weber, General und Kommandeur der Luftlandebrigade 26 Eberhard Zorn, Martin Heidger, Stefano Toneatto, Eiko Zuckschwerdt, der saarländische VDK-Vorsitzende Kurt Schoenen und sein Jugendreferent Alexander Jung. Foto: Johannes A. Bodwing
(Von links): VDK-Beauftragter Joachim Unruh, Bundeswehrvertreter Thomas Schmidt, Stefan Weber, General und Kommandeur der Luftlandebrigade 26 Eberhard Zorn, Martin Heidger, Stefano Toneatto, Eiko Zuckschwerdt, der saarländische VDK-Vorsitzende Kurt Schoenen und sein Jugendreferent Alexander Jung. Foto: Johannes A. Bodwing

Die Haus- und Straßensammlung von VDK und Bundeswehr beginnt am Montag, 31. Oktober, und geht bis Sonntag, 20. November. Schwerpunkt sind die Standort-Städte Saarlouis, Lebach und Merzig. Hinzu kämen Orte wie Dillingen, Wallerfangen, Schwalbach, Elm und Ensdorf. az