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Anfrage der Grünen
Kita-Plätze als Thema im Kreistag

Unter anderem über die Kita-Planungen der Kommunen wollte die Grünen-Fraktion im Kreistag Auskunft erhalten.
Unter anderem über die Kita-Planungen der Kommunen wollte die Grünen-Fraktion im Kreistag Auskunft erhalten. FOTO: dpa / Julian Stratenschulte
Saarlouis. Die Fraktion der Grünen wollte im Kreis-Parlament Informationen über die weitere Kita-Planung.

Der Stand der Kita-Plätze im Landkreis war auf Anfrage der Grünen-Fraktion Thema im Kreistag. Sechs Fragen hatten die Grünen aufgelistet, darunter auch eine nach weiteren Kita-Planungen der Kommunen. Die jedoch wollte Landrat Patrik Lauer nicht öffentlich beantworten. Denn da sei vieles noch nicht spruchreif. Zum Teil gehe es um Dinge, „die selbst die Gemeinderäte noch nicht kennen“. Als Anlass für den Grünen-Antrag nannte Fraktionschef Klaus Kessler den Beginn des neuen Schuljahres. Das führe zu altersbedingten Verschiebungen.


Spitzenreiter sind die Städte Lebach (neun Einrichtungen), Dillingen (elf Einrichtungen) und Saarlouis (14 Einrichtungen). An Krippenplätzen sind für September 2018 insgesamt 1258 Plätze aufgelistet, davon 40 Teilzeit. An Kindergartenplätzen sind es 5937, davon 3727 ganztags.

Nahezu alle Plätze sind auch nach dem Wechsel der Kinder in die Schule wieder belegt worden. In jeder Kita gibt es Warte- oder Anmeldelisten, woraus die Grünen schließen, dass die Nachfrage größer als das Angebot ist. „Aber wenn man sich den Versorgungsgrad ansieht“, stellte Kessler fest, „sind wir noch weit entfernt von den 35 Prozent, die die Landesregierung vorgibt.“



Das müsse man differenzierter betrachten, erklärte Lauer. Der Versorgungsgrad der Kindergärten liege bei etwa 98 Prozent. Krippen hingegen würden erst im letzten Jahr stark nachgefragt. „Im ersten und zweiten Jahr halten Eltern ihr Kind zum Teil zu Hause.“ Im ersten Jahr liege die Auslastung der Krippenplätze bei zehn Prozent. Auch im zweiten Jahr ändere sich das nicht wesentlich. „Im dritten Jahr zieht es deutlich an.“ Bisher gebe es auch „keine einzige Klage“ von Eltern. Die Anzahl der Plätze hänge zudem von den jeweiligen Trägern ab und von der Finanzausstattung. Das Budget für den Krippenausbau sei vom Land begrenzt worden. Würden alle geplanten Plätze gebaut, „stehen wir deutlich besser da“. Eine steigende Nachfrage sah Kessler infolge höherer Geburten im Saarland. Aber auch durch stufenweise Absenkungen der Gebühren. „Da haben Sie 100 Prozent recht“, sagte Lauer.

Warum Wallerfangen und Nalbach so geringe Versorgungsgrade hätten, fragte der Grünen-Chef. Dazu gebe es „Erklärungsbedarf“. Wallerfangen ist bei den Krippenplätzen mit 11,64 Prozent aufgelistet, Nalbach mit 15,53 Prozent. Bescheid wisse, „wer die SZ liest“, konterte Lauer. Denn in beiden Gemeinden seien Kindergärten geschlossen, entsprechend fehle dann auch der Platz.

Grünen-Fraktionschef Kessler empörte sich gestern in einer Pressemitteilung über die Kritik der SPD-Fraktion an seiner Anfrage: Die Grünen würden der Verwaltung unnötige Arbeit machen, sie sollten in Zukunft auf solche Anfragen im Kreistag verzichten, habe die SPD verlautbart; Einzelfragen könnten sie der Verwaltung auch außerhalb der Sitzung stellen. Kessler betonte: „Es ist unser gutes Recht, Anfragen an die Verwaltung zu stellen. Das Thema Kita-Plätze ist außerdem für die Öffentlichkeit von großem Interesse.“

(az)