| 00:00 Uhr

„Kreis Saarlouis bleibt überm Schnitt“

Kreis Saarlouis. Nächste Runde in der Debatte um Einsparungen im Kreishaushalt bei der Jugendsozialarbeit. Landrat Patrik Lauer widerspricht der Kritik kirchlicher Träger. Außerdem, sagt er, seien Betroffene frühzeitig informiert worden. Mathias Winters

"Die Kirche im Dorf lassen", fordert Landrat Patrik Lauer nach der Kritik kirchlicher Träger an Einsparungen in der Jugendsozialarbeit (wir berichteten). Ausgangspunkt der Sparbemühungen gegenüber den Trägern ist laut Lauer, dass der Kreis Saarlouis bei den Ausgaben für die Jugendsozialarbeit deutlich über dem Durchschnitt der übrigen saarländischen Kreise liegt. Auch nach den Einsparungen bleibe Saarlouis "deutlich" über dem Saarland-Durchschnitt.

Kirchliche Träger nehmen sowohl offene als auch kirchliche Jugendarbeit wahr. Die offene Jugendarbeit , sagt der Landrat, finanziert der Kreis weiterhin. Rein kirchliche Jugendarbeit wie Konfirmandenunterricht zu finanzieren, sei jedoch keine Aufgabe der Kreise. Lauer: "Für die Finanzierung dieser Aufgabe erhalten die kirchlichen Träger in Deutschland unter anderem die Kirchensteuer, sodass weitere Zuschüsse von Seiten des Kreises dafür nicht in Betracht kommen."

Wenn ihm vorgeworfen wird, Betroffene hätten von bevorstehenden Kürzungen aus der Zeitung erfahren, bedauert Lauer dies. Er sei davon ausgegangen, dass die Informationen bereits auf der Fachebene kommuniziert worden seien. "Dass der Träger nun den Eindruck erweckt, die Kürzungen hätten ihn unvorbereitet getroffen, lasse ich allerdings nicht gelten", erwidert Lauer den Kritikern. Sie selbst räumten ja ein, seit Jahresbeginn von den Anpassungen zur Jahresmitte zu wissen. "Die Zuschüsse wurden im Übrigen nicht gestrichen, sondern lediglich halbiert", fügt er hinzu. Zudem sei die Neufassung der Richtlinien mehrfach Gegenstand in den Sitzungen des Jugendhilfeausschusses gewesen, in dem die freien und kirchlichen Träger selbst vertreten sind. Schließlich habe auch die SZ schon vorher über die Sparpläne berichtet.

Lauer: "Ich bin gerne bereit, mit den Trägern zu reden. Nicht um die Sparmaßnahmen rückgängig zu machen, sondern um sie besser zu erklären und nach Lösungen für etwaige Härten zu suchen." Die Gespräche will er noch vor Ostern führen.