Krankenhaus im Wandel der Zeit

Dillingen. Von der Krankenstube zum Hüttenkrankenhaus - vor 100 Jahren wurde das neue Krankenhaus in Dillingen eingeweiht. Entscheidend für den Bau eines Krankenhauses war die Dillinger Hütte. Doch zunächst gab es nur eine Krankenstube. Zum ersten Mal in der Geschichte der Dillinger Hütte ist eine ärztliche Betreuung der Belegschaftsangehörigen für das Jahr 1828 belegt

Dillingen. Von der Krankenstube zum Hüttenkrankenhaus - vor 100 Jahren wurde das neue Krankenhaus in Dillingen eingeweiht. Entscheidend für den Bau eines Krankenhauses war die Dillinger Hütte. Doch zunächst gab es nur eine Krankenstube.Zum ersten Mal in der Geschichte der Dillinger Hütte ist eine ärztliche Betreuung der Belegschaftsangehörigen für das Jahr 1828 belegt. Vermutlich wurden die Erkrankten und Verunglückten in einer Krankenstube in der Nähe des alten Torhauses am Haupteingang der Dillinger Hütte versorgt. 1866 wurde die Krankenstube um sechs Betten, eine Badewanne und eine Zimmerdusche erweitert.

Aufgrund des starken Wachstums der Belegschaft, 1885 zählt die Hütte 1430 Mitarbeiter, waren die Verhältnisse schon bald nicht mehr ausreichend. 1888 wurde ein erstes Krankenhausgebäude mit 21 Betten errichtet, das sich gegenüber dem heutigen Krankenhaus befand. Es stand den der Knappschaft angehörenden Belegschaftsmitgliedern unentgeltlich zur Verfügung, während andere Kranke einen bestimmten Geldbetrag zu entrichten hatten. Die Pflege der Kranken und die Führung der Hauswirtschaft lagen in den Händen von drei Ordensschwestern.

Platz reichte bald nicht mehr

Doch die Größe genügte bald nicht mehr den Ansprüchen, 1897 hatte das Werk schon 2528 Mitarbeiter. Deshalb entschloss sich die Dillinger Hütte zu einem deutlich größeren Neubau mit 114 Betten, der am 4. November 1911 eingeweiht wurde. Das neue Krankenhaus, die heutige Caritas-Klinik, wurde gegenüber dem alten Krankenhaus erbaut, das weiter genutzt wurde. Das neue Krankenhaus verfügte über eine chirurgische Abteilung, die wegen der Unfallgefahr auf der Hütte dringend erforderlich war, über eine Innere Abteilung, eine Abteilung für Infektionskrankheiten, eine Frauenabteilung und eine Poliklinik.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab die Dillinger Hütte das Krankenhaus an die Landesversicherungsanstalt ab, bevor es 1965 in die Trägerschaft des Caritas-Verbandes überging. Die Nähe zur Hütte und die guten Kontakte blieben erhalten. Der Notarzt ist auch heute schnell zur Stelle, der werksärztliche Dienst und die Ärzte im Krankenhaus ergänzen sich.

Heute ist die Dillinger Hütte vor allem über den Förderverein mit dem Caritas-Krankenhaus verbunden. Der Verein wurde im Februar 2002 gegründet. Erster Vorsitzender war damals Roland de Bonneville, von 1989 bis 1995 Vorstandsvorsitzender der Dillinger Hütte. Er war bis zu seinem Tod im November 2007 Vereinsvorsitzender. Im Januar 2008 hat das Amt Norbert Bannenberg, Technikvorstand der Dillinger Hütte, übernommen. "Ich fühle mich schon in die Verantwortung genommen. Und ich fühle mich verpflichtet, mich für das Krankenhaus einzusetzen", erläutert Bannenberg seine Motivation.

Für den Erhalt einsetzen

Bis vor einem Jahr war nach Angaben Bannenbergs die Hauptaufgabe des Vereins, Gelder einzutreiben. In zehn Jahren seien das immerhin fast 300 000 Euro gewesen. Dafür wurden Geräte und Hilfsmittel für das Krankenhaus gekauft. Seit einem Jahr ist eine ganz andere Diskussion um den Erhalt des Krankenhauses entstanden. Bannenberg: "Als Vorstand haben wir uns öffentlich und in verschiedenen Gesprächen für das Dillinger Krankenhaus eingesetzt. Wir haben auf seine Bedeutung für die Dillinger Hütte, aber vor allem für die Stadt Dillingen, hingewiesen."

Das Image der Stadt wird seit 100 Jahren auch vom Dillinger Krankenhaus geprägt. Auch in Zukunft stelle die medizinische Versorgung für die Stadt einen wichtigen Standortfaktor dar. Und für die Hütte. Bannenberg: "Es ist ein Vorteil, dass wir direkt am Hüttentor über solch eine Einrichtung verfügen."