Kraftwerk ist wohl gestorben

Reisbach. Es war ein Rückschlag für die Gemeinde Saarwellingen, als das lange geplante Biomasseheizkraftwerk in Reisbach dann doch nicht gebaut wurde (die SZ berichtete). Der belgische Betreiber 4energyinvest hatte seine Pläne Anfang 2010 geändert; die sinkende Einspeisevergütung und die Preise für die aufwendige Technik etwa für Turbinen waren die Gründe

Reisbach. Es war ein Rückschlag für die Gemeinde Saarwellingen, als das lange geplante Biomasseheizkraftwerk in Reisbach dann doch nicht gebaut wurde (die SZ berichtete). Der belgische Betreiber 4energyinvest hatte seine Pläne Anfang 2010 geändert; die sinkende Einspeisevergütung und die Preise für die aufwendige Technik etwa für Turbinen waren die Gründe. Trotzdem sollte in Reisbach ein Kraftwerk gebaut werden, wenn auch in einer abgespeckten Version: Auf dem Gelände der ehemaligen Privatgrube Schäfer soll ein kleineres Kraftwerk und eine Pelletierungsanlage entstehen.In dem zwölf Meter hohen Kraftwerk sollen pro Jahr rund 40 000 Tonnen hochwertige Heizpellets für die Industrie produziert werden. Der Zuliefererverkehr, voraussichtlich acht bis neun Lkw pro Tag, verläuft über die Höhenstraße sowie über den Autobahnzulieferer, aber nicht durch den Ort. In der Pelletierungsanlage sollen 15 Arbeitsplätze entstehen.

Im Juni 2011 sollte die Anlage eigentlich in Betrieb genommen werden. Die Genehmigung hierfür sei längst erteilt worden, sagte der Saarwellinger Bürgermeister Michael Philippi in der letzten Ratssitzung auf Anfrage eines Reisbacher Bürgers - "Seitdem ist aber nichts mehr passiert."

Die Gemeinde habe den Investor 4energyinvest.de im November angemahnt, sich zu dem Vorhaben zu äußern. "Denn ob die überhaupt bauen, ist noch unklar!", sagte Philippi. Die Antwort des Unternehmens stehe noch aus. "Das ursprünglich geplante Biomasseheizkraftwerk ist gestorben." Und Philippi äußerte "gewisse Zweifel" daran, dass das Interesse an dem Projekt noch bestehe.

Der Schredder sollte beim Bau des Kraftwerkes eigentlich eingehaust werden. Anwohner klagen seit längerem über die Lärmbelästigung. Foto: aki.

Die Anfrage des Bürgers, der Anwohner am Ortsrand bei der ehemaligen Grube Schäfer ist, bezog sich vor allem auf die Lärmbelästigung durch den Schredder, der derzeit dort betrieben wird. Dieser sollte mit dem Bau des neuen Kraftwerks eingehaust werden und damit der Geräuschpegel minimiert werden. Doch mit dem Aufschub der Baupläne sei auch die Einhausung aufgeschoben worden. "Wenn sich bis Ende des ersten Quartals 2012 nichts tut, werden wir andere Wege gehen", erklärte Bürgermeister Philippi in Bezug auf die Lärmbelästigung.