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Klimaschutz Schwachgas Saarlouis Günter Melchior

Umweltschutz : Saarlouis will energetisch vorne bleiben

Aus Grünschnitt soll Wärme für zwei Schulen entstehen: Die Öko-Abteilung im Rathaus und NBS haben gut zu tun.

Kaum beachtet, läuft auf der Grünschnitt-Deponie am Lisdorfer Berg in Saarlouis ein interessantes Experiment. In der Deponie entsteht Methangas. Bislang wird es abgefackelt. Doch man könnte es an Ort und Stelle auch in Wärme verwandeln. Ziel ist des Projektes ist, die Wärme in Lkw-Hänger zu füllen und in die Heizsysteme der Schulen in Beaumarais und im Vogelsang einzuspeisen. Dazu werden Seecontainer auf Hängern mit Natriumacetat-Trihydrat gefüllt, um die Wärme zu speichern. Dieses Speichermaterial wird zum Beispiel in Handwärmern benutzt. „Das wäre ein kleiner Beitrag zum Einsparen von Kohlendioxid,“ erklärt Günter Melchior, Leiter des Baudezernates und Umweltdezernent im Rathaus. Einer von vielen kleinen Schritten zur Null-Emissions-Stadt bis 2050.

Diese „Anlage zur Thermischen Schwachgasnutzung von anfallendem Deponiegas mit Nutzung eines mobilen Wärmespeichers“ ist ein Modellprojekt im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums.

Diese Sammler- und Wärmetauschereinheiten auf dem Lisdorfer Berg und die Wärmeübernahmeanschlüsse an den beiden Schulen sind klaut Melchior fertig. „Die Aufstellflächen für die Trailer inklusive Container  sind ausgeschrieben.“

Steht schon: Der Sammler für Deponiegas, das Schwachgas aus der Deponie in Wärme für zwei Schulen wandeln wird. Foto: Horst Rupp Stadt Saarlouis/Horst Rupp

 Saarlouis beanspruche im Umweltschutz immer noch einen vorderen Platz unter den saarländischen Kommunen, sagt Melchior. „Spitze“ im Land sei Saarlouis bei der Umstellung auf Elektroautos. Neun E-Autos laufen für die Stadt. Darunter sind ein Vermessungsauto, Fahrzeuge für den Neuen Betriebshof (NBS), ein Auto für die Tiefbauer auf Kontrollfahrt. Melchior sagte, die Stadt befinde sich in Gesprächen mit Herstellern über E-Fahrzeuge mit Doppelkabinen, also für vier NBS-Mitarbeiter.

Auch Kleingeräte würden weiter umgestellt, zum Beispiel Rasenmäher auf Aku-Basis. Denn Strom dafür wird inzwischen vor Ort hergestellt. Ein Solardach auf dem NBS-Gebäude hat die Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) Köllertal errichtet. Die BEG verkauft örtlichen Bürgern Anteile an solchen Solaranlagen und finanziert so den Bau. Die BEG hat so auch Solaranlagen auf der Römerbergschule in Roden und der Vogelsangschule finanziert. Die Nachfrage nach Anteilen, weiß Melchior, sei ungebrochen stark.

Diese Biomasseverfeuerungsanlage hat der NBS auf seinem Gelände in der Zeppelinstraße errichtet. Foto: Horst Rupp/Stadt Saarlouis/Horst Rupp

Eine weitere Solaranlage betreibt die Stadt auf dem Rathaus. Hier sind die Stadtwerke die Partner. Sie haben sich bundesweit einen Namen gemacht mit der Entwicklung intelligenter Steuerung von Stromversorgung.

Zentral ist auch der Bau von Ladestationen für E-Mobile. Sechs öffentliche Stationen gibt es in Saarlouis. Es sollen rasch  mehr werden, hat der Stadtrat kürzlich einstimmig beschlossen. E-Fahren soll dabei attraktiver werden durch Vergünstigungen wie freies Parken. Der Rat hatte auch beschlossen,  neue städtische Gebäude nur nach Passivhausstandard zu bauen.

Außer den Experten der Stadtwerke und des NBS treibt vor allem das Amt für ökologische Stadtenwticklung diese Dinge voran, geleitet von Mario Natale und Stellvertreter Reiner Körner. Klimaschutz ist weiter Sache des Umweltschutzbeauftragten Dr. Andreas Ney und vor allem des Klimaschutzbeauftragten Horst Rupp. Sie setzen um, was ihnen der Stadtrat vorgibt: Der beschließt solche Maßnahmen meist einstimmig, die Initiative ist bisher meist von CDU und Grünen ausgegangen.

Einstimmig auch die Ratsentscheidung, das Förderprojekt „Dem Saarland blüht was“ in Anspruch zu nehmen. Das Land will damit einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. 3500 Quadratmeter Blumenwiese hat der NBS dazu anmgelegt: am Ford-Hochhaus in Beaumarais, im Volkspark Roden, auf dem Steinrausch. Sio richtig blühen werden szdie Flächen frühestens nächstes Jahr, sagt Melchior. 15 Nistkästen und sechs Insektenhotels wurden aufgestellt, dazu HInweisschilder.

Dietmar Esser, beim  NBS zuständig für Grünflächen, ergänzt: Auf rund 25 000 Quadratmetern innerstädtische Grünflächen habe der NBS in den vergangenen Jahren die Pflege zurück gefahren. Es soll halt blühen, den Insekten und Vögeln Heimat bieten.

Da kann übrigens jeder mitmachen. Noch reicht der Vorrat des NBS an kostenlosen Samentütchen für bis zu fünf Quadratmeter Blumenwiese. Man muss sie nur abholen.