| 20:08 Uhr

Erhaltung von Kirchen
Am Kirchturm nagte der Zahn der Zeit

Der Kirchturm von Hl. Dreifaltigkeit in Saarlouis-Fraulautern misst stolze 42 Meter Höhe.
Der Kirchturm von Hl. Dreifaltigkeit in Saarlouis-Fraulautern misst stolze 42 Meter Höhe. FOTO: Johannes A. Bodwing
Fraulautern. Er prägt das Ortsbild von Fraulautern: der Kirchturm von Hl. Dreifaltigkeit. Doch er ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Von Johannes Bodwing

Wie ein Finger, der hoch zu Gott weist, wirkt ein Kirchturm. In Fraulautern ist der in den vergangenen Jahren ziemlich unansehnlich geworden. Der Kirchturm von Hl. Dreifaltigkeit steht markant im Zentrum des Saarlouiser Stadtteils. Als eigenes Bauwerk nicht ganz fünf Meter neben dem Gotteshaus.


42 Meter ist der so genannte Marienturm hoch. Im Sommer 1954 begann der Bau, vier Jahre nach der ersten Heiligen Messe in Hl. Dreifaltigkeit. Der Turm ist rechteckig und weist zwei Zugänge auf. Einmal auf Bodenniveau durch eine Tür im Süden sowie über eine Brücke von der Kirche aus. Das mit Kupfer gedeckte pyramidenförmige Dach schließt eine Marienkrone mit der Initiale „M“ ab. Dies erinnert an das erste Marianische Jahr 1953 bis 1954. Im Turm hängen fünf Glocken aus Bronze. Sie wurden 1954 in der Fraulauterner Glockengießerei Otto gegossen.

Das Geläut ist insgesamt 7,2 Tonnen schwer. Unter den senkrechten Schallöffnungen ist jeweils eine Uhr angebracht. Bereits seit 2003 wird der Glockenturm in kleinen Schritten saniert. Die defekte Kirchturmuhr wurde durch eine neue Uhrensteuerung wieder in Gang gesetzt. Die Glocken und ihre Antriebe wurden repariert.



2011 musste die marode Betonbrücke zwischen Gotteshaus und Turm abgerissen werden. Dieser Zugang erfolgt seither über eine Stahlkonstruktion. Inzwischen bemüht sich eine Initiative um Unterstützung für weitere Maßnahmen.„Förderverein Kirchturm Hl. Dreifaltigkeit“ heißt sie. „2017 gegründet“, sagte der Vorsitzende, Pfarrer Hans-Kurt Trapp. „Die Statik ist in Ordnung“, stellte Trapp erleichtert dar. Die Baumaßnahmen sollen erst einmal im Innern des Turms erfolgen. Beispielsweise stehe die Sanierung einer Treppe an, über die man zu den Glocken komme. Im Turm gebe es eine Sendeanlage. Das erfordere die Abstimmung mit dem Betreiber. Außen sei dann eine Betonsanierung notwendig, auch ein neuer Anstrich. Denn die vormals hellen Wände sind grau geworden. Vor allem die Wetterseite im Westen wirkt seit Jahren schäbig vor Moosen und Staub.

„Genehmigt sind inzwischen 320 000 Euro. Aber es wird mehr“, sagte Trapp über die Kosten. „So schnell wie möglich“, meinte er zum zeitlichen Ablauf. Denn er „hätte das Ganze gerne schon in trockenen Tüchern, wenn die neue Pfarrei gegründet wird“.

Der Architekt stecke bereits in den Vorbereitungen und Ausschreibungen. Über die Finanzierung sei mit dem Bistum gesprochen. Der Förderverein trage einen Anteil bei über Aktionen und Verkäufe. Darunter eine gestaltete Kerze mit dem Bild Marias aus der Pfarrkirche. Außerdem ein Weißwein von der Mosel mit speziellem Kirchturmetikett. Zusätzlich gibt es ein Spendenmodell. Jedes Feld auf der Wetterseite des Turms kostet einmalig 100 Euro, Felder auf den drei anderen Seiten jeweils 50 Euro.

Angaben zum Spendenkonto finden sich im Pfarrbrief für Hl. Dreifaltigkeit und im Internet unter www.fraulautern.net.