Kein Platz mehr in der Schule

Nicht lange ist es her, dass Grundschulen geschlossen wurden. Jetzt erweisen sich verbliebene Schulen als zu klein. Gestern Abend wurde der Ausschuss für Soziales und Schule des Stadtrates Saarlouis über den neuen Raumbedarf an den Grundschulen in Roden und auf dem Steinrausch informiert.

Seit dem Schuljahr 2014/15 werden erstmals seit langem in der Grundschule des größten Saarlouiser Stadtteils Roden wieder vier erste Klassen eingeschult. Zwei Klassenräume mussten daher neu in einem Pavillon eingerichtet werden. Falls im kommenden Schuljahr wieder vier erste Klassen zustande kommen, würden 14 Klassenräume gebraucht, aber nur 13 stehen zur Verfügung. Darüber informierte gestern Abend die Stadtverwaltung den Ausschuss, der für Schulen zuständig ist.

Die jetzige Raumlösung im Pavillon ging zulasten der Freiwilligen Ganztagsschule (FGTS) - eine Zwischenlösung, wie Alexander Guß von der Stadt erklärte. Als Lösung kommt laut Stadt infrage, das Kellergeschoss im Hauptgebäude weiter auszubauen. Im Pavillon wäre wieder Platz für alle fünf Gruppen der FGTS mit bis zu 100 Kindern.

Das wird nach Einschätzung der Stadt aber nicht reichen. Denn zurzeit besuchen nur 36 Prozent der 272 Rodener Grundschüler die FGTS. Es werden aber viel mehr, liest die Stadtverwaltung in Beaumarais (70 Prozent) und Fraulautern (60 Prozent) ab. Platz dafür gäbe es in Roden nur, wenn auf dem Schulgelände Räume neu geschaffen würden, oder wenn das Nebengebäude aufgestockt würde.

Auf dem Flur

Ähnlich das Problem in der kleineren Steinrausch-Grundschule. Dort herrscht "akuter Bedarf an einem zusätzlichen Klassenraum", weil 2016/17 erneut zwei erste Klassen eingeschult werden. Die dortige FGTS leidet zudem darunter, dass in zwei ihrer Räume sowohl betreut als auch Mittagessen ausgegeben wird. Guß führte weiter aus, dass wegen Raummangel zum Beispiel Förderstunden oder Projekte der Schoolworkerin oft auf dem Flur stattfänden.

Auf Nachfrage von Peter Engstler (SPD ) sagt Bürgermeisterin Marion Jost, es gebe für die Schule am Steinrausch noch keine konkreten Planungen. Erwogen werde aber, den jetzigen Pavillon abzureißen und durch ein größeres Gebäude in Modulbauweise zu ersetzen.

Die Stadtverwaltung informierte darüber schon früh: Weil die Abhilfe Geld kostet, das demnächst in den neuen Haushalt eingestellt werden muss. Und im Vorgriff auf den Schulentwicklungsplan, den alle Kommunen bis 31. Mai vorlegen müssen. Der Ausschuss beschloss mit Blick auf diesen Plan auch, die Saarlouiser Schulbezirksgrenzen zu prüfen. Änderungen könnten dazu führen, dass stark nachgefragte Schulen entlastet würden.

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