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Kein Geld für Liga drei

Fraulautern. Nach nur einer Saison wird sich der TTSV Fraulautern aus finanziellen Gründen wieder aus der 3. Tischtennis-Bundesliga Süd verabschieden. Die Partien an diesem Samstag beim TV Hofstetten und tags darauf beim VfL Sindelfingen verkommen zur Nebensache. David Benedyczuk

An diesem Wochenende spielt der TTSV Saarlouis-Fraulautern in der 3. Tischtennis-Bundesliga Süd zwei Mal auswärts - am Samstag um 15 Uhr beim TV Hofstetten , am Sonntag um 14 Uhr beim VfL Sindelfingen . Es werden zwei der vier letzten Auftritte in der neugegründeten Liga sein. Aus Geldmangel zieht sich der TTSV nach einem Jahr wieder aus der Drittklassigkeit zurück. Der Vorstand ließ die Meldefrist für die kommende Saison verstreichen, nachdem ein Sponsor seinen Ausstieg angekündigt hat.

"Unser Hauptsponsor, die Volksbank Saar-West, ist abgesprungen", sagt der TTSV-Vorsitzende Helmut Schwarz: "Dadurch fehlen uns die finanziellen Mittel, ohne die es einfach nicht geht. In der 3. Liga müssen wir viel Geld bezahlen - alleine für Meldung, Schiedsrichter, Flüge, Fahrten und Hotelrechnungen. Wir können es uns nicht erlauben, zu Lasten des Vereins mehrere tausend Euro Verlust zu machen."

Eine solche Situation ist für den Verein nichts Neues: Fast genau zwei Jahre ist es her, dass sich der TTSV aus finanziellen Gründen aus der Bundesliga zurückzog. Zuvor hatte der Club sechs Jahre lang ununterbrochen in der Elite-Liga gespielt und 2012 sowie 2013 die Vize-Meisterschaft gefeiert.

"Die Stimmung im Verein ist jetzt natürlich nicht die Beste", erklärt Schwarz. Auch im fünf Spielerinnen umfassenden Drittliga-Aufgebot, das eine starke Runde absolviert hat und mit 16:12 Punkten auf Rang sechs liegt, ist die Stimmung betrübt: "Es ist einfach nur schade. Das sieht jeder in der Mannschaft so. Wir haben eine gut funktionierende Mannschaft, die sich gut versteht", sagt Nikola Jäckel: "Wir werden weit weg von den Abstiegsplätzen abschneiden, von daher ist das Ganze richtig bitter." Die 37-Jährige, die seit 22 Jahren beim TTSV Saarlouis-Fraulautern spielt, kann die Entscheidung aber nachvollziehen: "Natürlich muss man auch die Seite des Vereins sehen. Die ganzen Kosten, die in der 3. Liga anfallen, sind aus Mitgliederbeiträgen alleine nicht zu stemmen."
Regionalliga oder Oberliga?


Wie es für Saarlouis-Fraulautern weitergeht, darüber muss noch entschieden werden. Der Verein muss abwägen, ob es Sinn macht, in der ebenfalls kostspieligen Regionalliga oder aber in der Oberliga anzutreten. "Wir sind dabei, die Finanzierung auf die Beine zu stellen. Man muss da jedes Mal genau schauen, was an Geld zur Verfügung steht", sagt Schwarz. Ziel sei es, in der Regionalliga zu spielen. Dazu muss die künftige Mannschaft eine gewisse Qualität mitbringen. Mit Ann-Sophie Daub hat sich eine Spielerin bereits dazu entschlossen, den TTSV in Richtung Zweitligist ATSV Saarbrücken zu verlassen. Jäckel hat sich noch nicht entschieden, ob sie bleiben wird. Gleiches gilt laut Schwarz für Carole Hartmann und Egle Stuckyte. Carolin Freude habe signalisiert, dem Verein die Treue zu halten.