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Jury bewertet Bilder anlässlich des 50. Jugendmalwettbewerb

50. Jugendmalwettbewerb : Die Jury mit dem Blick fürs Glück

50. Mal Jugendmalwettbewerb der VVB Saarlouis hat das Thema „Glück ist“. 847 Bilder hat die Jury nun zu bewerten.

Die schwarzen Taucherflossen wellen sich im dunkelblauen Wasser des Ozeans. Wasserpflanzen, üppig grün, bedecken den Grund. Der Taucher blickt auf den Delfin, der ihm entgegenschwimmt. Er streckt die Hand nach ihm aus. Kann den weichen grauen Delfinkörper fast erreichen.

Charly Scherer betrachtet das Bild. Eigentlich ist der Losheimer mit seinen 71 Jahren in der wohl verdienten Rente. Eigentlich. Die Arbeit als Jurymitglied niederzulegen, kommt ihm aber nicht in den Sinn. „Mir tut es immer leid, wenn Bilder aussortiert werden müssen.“ Doch es muss sein. Genau genommen wollen sage und schreibe 847 Bilder durchgesehen werden.

Gemeinsam mit weiteren acht Jurymitgliedern hat Scherer die verantwortungsvolle Aufgabe, die eindrücklichsten Bilder zu entdecken. Allesamt wurden sie im 50. Jugendmalwettbewerb eingereicht.

„Da haben wir endlich mal alle Freiheiten’, hat meine Klasse gemeint, als ich ihnen das Wettbewerbsthema gesagt habe“, sagt Esther Bach, die Mitglied der Jury ist und Kunst an der Gemeinschaftsschule Güdingen lehrt. Getrennt nach Klassenstufen haben hunderte Schüler das Thema Glück zu Papier gebracht. Herausgekommen sind Kunstwerke. Werke, an denen gefeilt, über die gebrütet und gestaunt wurde. Und wird.

„Auch ich bin immer wieder aufs Neue von den Ideen und Interpretationen überrascht“, gesteht Angelika Würth. Und das will, was heißen. Denn Würth betreut den Jugendmalwettbewerb schon 22 Jahre lang. „Glück betrifft uns alle“, sagt Würth und schmunzelt über das diesjährige Wettbewerbsthema „Glück ist“.

Doch es sind auch ernste Momente, die Glück ausmachen können. Als eine Schülerin aus Syrien Katrin Schwarz gestand, dass sie glücklich sei, weil sie noch am Leben ist, musste Schwarz, die Kunstlehrerin an der Friedrich-Bernhard-Karcher Gemeinschaftsschule in Beckingen ist, erst einmal schlucken. Erinnert sich die Kunstlehrerin heute als Jurymitglied an die Arbeit zum Thema „Glück ist“ in den Klassen, denkt sie auch an das Gesetz der Anziehung: „Wenn ich vor die Tür gehe und glücklich bin, dann ziehe ich Glück an“.

Birgit Montag zieht mit prüfendem Blick ein Bild aus einem Stapel Glücks-Bilder. „Wir bewerten unter anderem nach Originalität und schauen wie sauber die Arbeit ausgeführt worden ist“, erklärt Montag, die am Theodor-Heuss-Gymnasium in Sulzbach unterrichtet. Auch dort haben die Schüler das Wettbewerbsthema „Glück ist“ über die eingereichten Bilder hinaus untersucht, haben sich gefragt, wie sie Menschen glücklich machen können. Etwa mit einer Überraschung.

Alles andere als überraschend ist aber die Endauswahl der Bilder nach den eingehenden Beratungen der neunköpfigen Jury. Jeweils drei Bilder prämiert die Jury, nach Klassenstufen sortiert.

Auch fünf Filmbeiträge der 23 teilnehmenden Schulen wurden bewertet. Der erste Platz geht hier an die Schüler des Max-Planck-Gymnasiums in Saarlouis für den Film „Glück von alpha bis omega – Glückskinder“. Eine Film-Collage, in der junge und alte Menschen unter anderem nach ihrer Definition von Glück gefragt werden. Ein Film, der in seiner Präsentation der verschiedenen Wahrnehmungen von Glück der Vielfalt der Glücks-Bilder in nichts nachsteht.

Nachdem die Jury in Saarlouis nun die ansprechendsten Bilder zum Thema „Glück ist“ ausgesucht hat, sollen die Preisverleihungen voraussichtlich Ende Juli stattfinden – jeweils in Saarlouis, Sulzbach und Losheim.