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Konzert
Junge Musiker verzaubern das Publikum

Saarlouis. Nachwuchstalente nutzen das vom Förderverein „Klingende Kirche“ gebotene Forum, sich öffentlich zu präsentieren. Von Jutta Stamm

Stehende Ovationen und anhaltender Beifall von über 300 Besuchern waren der verdiente Lohn für den begeisternden Auftritt der Nachwuchstalente, denen die „Klingende Kirche“ mit Manfred Boßmann an der Spitze ein Forum gegeben hat, öffentlich aufzutreten. Viele sind Mitglied im Kreis-Jugend-Sinfonieorchester Saarlouis unter Leitung von Günter Donie und Preisträger im Wettbewerb „Jugend musiziert“.



Den fulminanten Einstieg macht Julia Folz. Mit der „Toccata pour grand orgue“ von Gaston Belier macht sie sich die hoch gelobte Mayer-Orgel untertan und sorgt für ein festlich-barockes Flair. Die 19-jährige Medizinstudentin spielt meisterlich – zupackend und dennoch poetisch – ein schwieriges Werk im Toccaten-Stil. Später beeindruckt die Organistin, die von Armin Lamar unterrichtet wurde, mit dem meditativen Choralvorspiel „Schönster Herr Jesu“ von Hermann Schroeder.

Einfühlsam in der Interpretation und harmonisch im Miteinander tritt das Geschwisterpaar Jolina (Mandoline) und Tim Beuren (Gitarre) auf. Während die 19-Jährige noch studiert (Gitarre, Nebenfach Mandoline), hat ihr 24-jähriger Bruder sein Bachelor-Studium im Hauptfach Gitarre und das Studium für Gymnasiallehramt (Musik und Geschichte) abgeschlossen. Alle drei Stücke sind Kostbarkeiten. Beide geben sowohl die iberische Empfindung im „Danza Spangola” sowie das sensitive Zwiegespräch des „Tangos” mit einleitendem Interludio wieder. Anmutig und gut akzentuiert klingt auch der „Danse Bulgare“ von Claude Engel.

Lisa Saterdag, 20, die sowohl Klavier als auch Violine im Hauptfach studiert, begeistert mit drei Sätzen aus Bachs verspielt-virtuoser Partita Nr. 2 c-Moll für Klavier. Brillant gelingt es ihr, die Tänze beredt, facettenreich und beschwingt zu interpretieren. Zusammen mit Regionalkantor Armin Lamar an einer kleinen Orgel begleitet sie später Angela Klein mit der Geige. Die 21-jährige Sopranistin, von Beruf Krankenschwester, überrascht mit reifer Stimme, die dank guter Atemführung schöne Legati hervorbringt und auch in hohen Lagen Klangfülle beweist. Vom barocken wechselt sie ins romantische Zeitalter und singt, begleitet von Lamar am Flügel, lyrisch und gut artikuliert Mendelssohns geistliches Lied „Doch der Herr, er leitet die Irrenden recht“.

„Wenn du mal Orchestermusiker werden willst, lerne Horn, Oboe oder Fagott“, hatte ihm der Vater geraten. Der damals achtjährige Johannes Hilt entschied sich für Fagott. Inzwischen weiß der 17-jährige Schüler des Robert-Schuman-Gymnasiums (RSG) Saarlouis, sich das Instrument zu eigen zu machen. Virtuos von Lothar Fuhr (Musiklehrer am RSG) am Flügel begleitet, spielt er ebenso perfekt Vivaldis Konzert für Fagott in a-Moll.



Mit nur wenigen Abstrichen in puncto Intonation beeindrucken auch Fabian Pfingstmann, Horn, und Florian Lamar, Trompete. Die 18-Jährigen sind Schüler am RSG. Während Florian das Publikum einfühlsam mit zwei Sätzen aus Mozarts Konzert für Horn Nr. 3 Es-Dur anspricht, imponiert Florian mit drei Sätzen aus Telemanns „Douze Marches héroiques“. Ihre Begleiter sind Lothar Fuhr (Flügel) und Armin Lamar (Orgel).

Die Jüngsten im Reigen der jungen Musiker sind Theresa Hermes, 13, und Anne Lamar, 16. Sie spielen den ersten Satz aus Bachs Konzert für zwei Violinen d-Moll, das Vivace. Beiden gelingt ein harmonisches Zusammenspiel, unterstützt von Lamar am Flügel. Da swingt es im Kopfsatz, und immer wieder verschmelzen die rasanten Solostimmen, so dass man sie kaum auseinanderhalten kann. Alle Mitwirkenden beschließen das tolle Konzert mit einem Choral aus Bachs Weihnachtsoratorium.