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Julia Iserbeck aus Saarlouis ist landesbeste Mediengestalterin

Ausbildung : Wenn die Arbeit zum Kunstwerk wird

Julia Iserbeck aus Saarlouis ist landesbeste Mediengestalterin. Für sie war das ein Sprungbrett zum Studium an der HBK in Saarbrücken.

Julia Iserbecks Zimmer wird mehr und mehr zum Atelier. „Da sammelt sich schon im ersten Semester einiges an“, sagt die Studierende der Hochschule der Bildenden Künste (HBK) Saar, die jetzt im ersten Semester Erfahrungen mit ganz neuen Stilrichtungen und Materialien sammelt. Davor war sie Auszubildende als Mediengestalterin für Digital und Print bei der Firma M&R Zimmer in Saarbrücken. Diese Ausbildung schloss die 21-Jährige als Landesbeste ab und wurde dafür von Ministerpräsident Tobias Hans und der IHK ausgezeichnet.

Jetzt studiert die junge Saarlouiserin Kommunikationsdesign an der HBK und rechnet mit zehn Semestern bis zum Master-Abschluss. „Das ist die Regelzeit an der hbk. Aber ich erhoffe mir gute Karrierechancen in der Werbebranche und bin bereit, mich dafür auch örtlich zu verändern. Auch ins Ausland würde ich gehen“, sagt Iserbeck.

Eine Übernahme bei M&R sei kein Thema gewesen, die Firma habe keinen Bedarf gehabt. Aber trotzdem sei sie sehr zufrieden mit der Ausbildung. Die Kenntnisse, die sie sich erworben habe, kämen ihr jetzt im Studium zugute.

Am Max-Planck-Gymnasium Saarlouis hat sie 2015 ihr Abitur gemacht. „Ich habe schon zur Schulzeit kreativ gearbeitet. Ich habe gemalt mit Kohle und Aquarellfarben, mit Öl und Acryl. Meine Motive waren Comic- oder Filmszenen. Bei einem Besuch im Berufsinformationszentrum bin ich dann am Mediengestalter hängen geblieben. Ich habe mich beworben und wurde genommen, obwohl ich nur begrenzte Vorkenntnisse in digitalen Techniken hatte.“

Die habe sie sich im Job aber sehr gut aneignen können. Die gängigen Grafikprogramme beherrsche sie, im Betrieb habe sie mehrere Abteilungen kennengelernt, vom Fotostudio bis zur Siebdruckerei. „Ich musste tief in die digitale Welt eintauchen. Am Ende habe ich Webseiten konzipiert und gestaltet, Bus- und Saarbahn-Werbung umgesetzt, mich um Broschüren, Kataloge oder Visitenkarten gekümmert.“

Jetzt im ersten Semester an der Hochschule für Bildende Künste in Saarbrücken wird wieder analog gearbeitet. In der Metall-, Holz oder Keramikwerkstatt lerne man Materialien kennen und entdecke deren Möglichkeiten. „Das ist alles sehr handwerklich. Und es ist Pflichtprogramm. Gedruckt wird in beweglichen Lettern oder mittels Holzschnitt. Diese analogen Techniken entdecke ich jetzt. Da wird die Arbeit wieder zum Kunstwerk“, sagt die Studentin begeistert.