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Jugendsozialarbeit wird gefährdet

Jugendsozialarbeit wird gefährdet

Klaus Kessler , Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag, wirft Landrat Patrik Lauer und der CDU-SPD-Mehrheit im Kreistag "sozialpolitische Verantwortungslosigkeit" vor. Gemeinsam hätten sie erste Umsetzungen der von PwC vorgeschlagenen Sparmaßnahmen beschlossen, unter anderem Kürzungen im Bereich der Jugendsozialarbeit im Saarlouiser Modell.

Dieses Modell sieht vor, Jugendarbeits-Stellen der Kommunen vom Kreis mit 60 Prozent der Personalkosten zu fördern.

Ab diesem Jahr wollten Lauer und Koalition zwei Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte - je eine in Saarlouis und Dillingen - einsparen. "Der völlig falsche Weg, um den Haushalt zu konsolidieren", meint Kessler. CDU und SPD handelten damit nicht nur den Beschäftigten gegenüber sozialpolitisch verantwortungslos. Die Kürzungen würde auch die Qualität in der Jugendsozialarbeit verschlechtern.

Gerade in den beiden Städten sehen die Grünen aber besonderen Bedarf an sozialpädagogischen Fachkräften. "Wir befürchten, dass durch die Stellenstreichungen erfolgreiche Projekte der Jugendsozialarbeit gefährdet werden", sagt Kessler. "Völlig unverständlich" nennt er diese Einsparung schon 2015, da die Wirtschaftsprüfer sie erst für 2017 empfohlen hatten.

"Wir Grüne lehnen Konsolidierungsmaßnahmen des Haushaltes auf Kosten der Jugendhilfe grundsätzlich ab. Wer an der Förderung der gesellschaftlichen und sozialen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen spart, nimmt ihnen auch Zukunftsperspektiven", sagt Kessler. Er fürchtet, dass die vordergründig eingesparten Gelder "uns zu einem späteren Zeitpunkt wieder teuer zu stehen kommen".