Jugendliche rappen für Europa

Saarlouis. Erstwähler dazu bewegen, sich in einem Rahmen, der sie anspricht, mit dem Thema Europa auseinanderzusetzen und dazu, sich am Wahlsonntag tatsächlich zur Urne zu begeben - das wollten die Veranstalter des landesweiten Rap-Wettbewerbes erreichen, dessen Finale am Freitag im Jugendzentrum Saarlouis veranstaltet wurde

Saarlouis. Erstwähler dazu bewegen, sich in einem Rahmen, der sie anspricht, mit dem Thema Europa auseinanderzusetzen und dazu, sich am Wahlsonntag tatsächlich zur Urne zu begeben - das wollten die Veranstalter des landesweiten Rap-Wettbewerbes erreichen, dessen Finale am Freitag im Jugendzentrum Saarlouis veranstaltet wurde. "Vielfalt braucht deine Stimme" lautete der Untertitel des von Cultures United, Partner für Europa und Juz United ausgeschriebenen Wettbewerbes, für den Teilnehmer im April und Mai selbst geschriebene und gerappte Titel als MP3 einreichen konnten. "Gerade bei Erstwählern ist es erschreckend, wie desinteressiert diese an Wahlen sind", stellte Theo Koch, Leiter des Projektes Cultures United fest. Inga Wachsmann von der ASKO Europa-Stiftung ergänzte: "Anlässlich der Wahlen wollten wir erreichen, dass die jugendlichen Teilnehmer am Wettbewerb sich einmal dem Thema Europa und diesbezüglich den Werten Respekt, Toleranz und Vielfalt annehmen." Die Moderation des Abends übernahmen Meike Gerboth von Partner für Europa und Brahime Maddiona von Juz United. Die Jury setzte sich aus je einem Vertreter der einzelnen Veranstalter des Wettbewerbes zusammen: Sandra Spitz vertrat die saarländischen Jugendzentren, Rebecca Thömmes die Partner für Europa, und MC Rude B woy erschien im Namen des Radiosenders Big FM, der den Gewinner des Abends und dessen Lied in einer Sendung vorstellen wird. Reber Tarboush trat unter dem Künstlernamen "Rapel" auf. Der 19-jährige Homburger eröffnete den Wettbewerb mit seinem Titel "Fremde Welt". "Dieses Lied habe ich für Kinder und Jugendliche etwa in Nahost geschrieben, die es nicht so gut haben wie jene, die in Europa aufwachsen", sagte er. Die Gruppe "Lukay", bestehend aus Lukas Schüßler, 14, aus Wehrden, dem 15-jährigen Sebastian Zentes aus Ludweiler und Tamara Thiel, 15, aus Emmersweiler, sangen und rappten das eigens komponierte "Diskriminiert" und kreierten mit ihrem authentischen Beitrag eine nachdenkliche Stimmung im Raum, den die Veranstalter trotz der Saarlouiser Emmes, die am Freitag bereits in vollem Gange war, mit interessierten Zuhörern füllen konnten. "Ihr müsst genau zuhören, denn so was passiert jeden Tag", appellierte der 20-jährige Daniele de Roser aus Saarbrücken an sein Publikum, bevor er seinen Titel "Ausländer" präsentierte, den die Jury mit ihren Stimmen und die Besucher per Applaus-o-Meter zum Gewinner kürten. Ob "B-Boy Daniele", wie er sich als Rapper nennt, tatsächlich zuerst Diskriminierung in den Sinn komme, wenn er an Europa denkt? "Tatsächlich denke ich als erstes an dieses Thema, wenn es um Europa geht, weil Diskriminierung hier täglich stattfindet", sagte Daniele, "ich wurde selbst schon anders behandelt, nur weil ich schwarze Haare und eine dunklere Haut habe." Nach dem Wettbewerb betraten noch einige im Saarland bekannte Rapper wie Flächenbrand, Schlagwort und Die Triaden die Bühne im Jugendzentrum Saarlouis und sorgten für eine Stimmung.