Jost will Quartiershausmeister

Sauberkeit und öffentliche Ordnung prägen das Lebensgefühl der Bürger deutlich. Bürgermeisterin Marion Jost wünscht sich deshalb Leute, die ein Auge auf illegal abgelagerten Müll und Schmierereien haben: Quartiershausmeister.

Müll und Schmierereien stören nachweislich das Lebensgefühl vieler Bürger erheblich, und wer da sichtbar etwas verbessert, kann punkten. Das hat sich zuletzt in Völklingen gezeigt, wo in der nördlichen Innenstadt ein "Quartiershausmeister" zu sichtbar mehr Sauberkeit beiträgt.

Solche Quartiershausmeister möchte Marion Jost, Bürgermeisterin in Saarlouis und zugleich CDU-Kandidatin für die OB-Wahl, auch in Saarlouis einführen. Das kündigte sie nach einer Veranstaltung mit Innenminister Klaus Bouillon (CDU ) in Saarlouis an. Konkret kann sie sich vorstellen, "dass diese Aufgabe langzeitarbeitslosen Menschen übertragen wird."

Darüber habe sie bereits mit dem Diakonischen Werk gesprochen, sagte Jost. Dort stellt sich die Frage, wie Langzeitarbeitslosen andere sinnvolle Tätigkeiten angeboten werden können, nachdem die Bundesförderung im Rahmen von Projekten wie Möbelbörse auslaufen. Solche Quartiershausmeister könnten Müllablagerungen melden, auch selbst beseitigen, das Ordnungsamt auf Schmierereien hinweisen. Oder auf besonders üble Parksünden. "Mir fällt dazu als Beispiel die Schulstraße in Roden ein."

Unterdessen hat die CDU ihre Unterschriftenaktion für eine so genannte Sicherheitspartnerschaft zwischen Stadt und Innenministerium begonnen. CDU-Fraktionschef Raphael Schäfer bekräftigte bei der Veranstaltung mit Innenminister Bouillon , seine Fraktion halte am Abschluss einer Sicherheitspartnerschaft fest. Der Plan, mehr Videoüberwachung zuzulassen und die Zusammenarbeit von Polizei und Ortspolizei zu intensivieren, war auf den geschlossenen Widerstand aller anderen Rats-Gruppierungen gestoßen.

Bouillon : Unverständnis

Bouillon äußerte bei der Veranstaltung sein Unverständnis über die ablehnende Haltung der Saarlouiser SPD zum Abschluss einer kommunalen Sicherheitspartnerschaft mit dem Land.

Bouillon : "Wir planen das in Saarbrücken und auch in Neunkirchen, warum also nicht in Saarlouis ? Wenn ich mir die Kriminalitätszahlen im Bereich des Busbahnhofes und des Kleinen Marktes anschaue, kann von ländlicher Idylle leider keine Rede sein".