Jeder Handgriff sitzt

Saarlouis. Um sechs Uhr morgens wird es für die Äpfel, Tomaten und Kartoffeln in Schollys Lieferwagen ernst. Denn um diese Uhrzeit werden sie von Eva und Wolfgang Scholly, Hilde Kruse und Katharina Weiler ausgeladen und für den Verkauf vorbereitet. Das Händler-Ehepaar füllt mit seinen Helferinnen seinen Marktstand, während es hell wird. Schließlich kommen um sieben Uhr die ersten Kunden

Saarlouis. Um sechs Uhr morgens wird es für die Äpfel, Tomaten und Kartoffeln in Schollys Lieferwagen ernst. Denn um diese Uhrzeit werden sie von Eva und Wolfgang Scholly, Hilde Kruse und Katharina Weiler ausgeladen und für den Verkauf vorbereitet. Das Händler-Ehepaar füllt mit seinen Helferinnen seinen Marktstand, während es hell wird. Schließlich kommen um sieben Uhr die ersten Kunden.Dienstags und freitags verkaufen die Schollys ihre Waren auf dem Großen Markt in Saarlouis, mittwochs und samstags steht ihr 16 Meter langer Verkaufsstand in Völklingen, samstags auch in Siersburg und donnerstags in Heusweiler.

Sonntags und montags haben die Obst- und Gemüsehändler aus Lisdorf frei.

Ein Verkaufstag beginnt mit harter Arbeit. Hilde Kruse (53) und Katharina Weiler (54) haben den Verkaufsstand um sechs Uhr schon aufgebaut, als Eva (55) und Wolfgang (60) Scholly im Lieferwagen eintreffen.

"Wir kommen vom Großmarkt in Saarbrücken. Seit zwei Uhr sind wir auf den Beinen," erklärt der Obst- und Gemüsehändler, der den Stand 1972 von seinem Vater übernommen hat. Sie verkaufen Gemüse aus Lisdorf, Kartoffeln aus der Pfalz, Früchte aus Spanien.

Neun Container stehen vollgepackt im Lieferwagen, dazu Kisten mit Bananen oder Kopfsalat. Das eingespielte Team lädt in Windeseile aus: "Hier sitzt jeder Handgriff", sagt Eva Scholly, "es muss ja flott gehen." Flott ist der Knochenjob bis 6.30 Uhr erledigt, alle Waren (18 Kilo pro Bananen-Kiste, 25 Kilo pro Sack Kartoffeln) sind ausgeladen.

Dann beginnt das Drapieren der Lebensmittel auf der Verkaufsfläche, rechts das Obst, links das Gemüse, in der Mitte "die Saisonware, weil da die meisten Kunden stehen".

Gutes Wetter wünscht sich das Ehepaar Scholly jeden Morgen. Nicht nur, damit viel verkauft wird, sondern auch, damit die Kunden etwas von ihrem Marktbesuch haben, erklärt Eva Scholly: "Viele kennen wir persönlich und die kommen auch, weil sie ein bisschen reden wollen oder Hilfe brauchen."

Hintergrund

Arbeit ist ein Räderwerk, das niemals still steht. Rund um die Uhr wird irgendwo gearbeitet. Viele Tätigkeiten greifen ineinander, um die Wirtschaft und unser tägliches Leben am Laufen zu halten.Die SZ geht vor Ort zu den Menschen, die Tag und Nacht arbeiten. So entsteht ein Mosaik der Berufswelt in unserer Region rund um die Uhr. Und im Stundentakt: SZ-Journalisten besuchen Männer und Frauen für je eine Stunde an ihren Arbeitsplätzen und berichten darüber. red