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"Jährlich erkranken 200 000 Menschen an Demenz"

"Jährlich erkranken 200 000 Menschen an Demenz"

Frau Dr. Fehrenbach, wie viele Menschen erkranken jährlich an Demenz,? Sehen sie eine Tendenz?Fehrenbach: In Deutschland erkranken jährlich rund 200 000 Menschen an Demenz, etwa so viele, wie die Landeshauptstadt Saarbrücken Einwohner hat. Die Tendenz ist steigend, was natürlich mit der demografischen Entwicklung zu tun hat

Frau Dr. Fehrenbach, wie viele Menschen erkranken jährlich an Demenz,? Sehen sie eine Tendenz?Fehrenbach: In Deutschland erkranken jährlich rund 200 000 Menschen an Demenz, etwa so viele, wie die Landeshauptstadt Saarbrücken Einwohner hat. Die Tendenz ist steigend, was natürlich mit der demografischen Entwicklung zu tun hat. Wir erkaufen uns die längere Lebenszeit mit dem Risiko, dement zu werden.Was kann man selbst tun, um aktiv der Krankheit entgegenzuwirken? Fehrenbach: Wir kennen Risikofaktoren, die eine Demenzerkrankung begünstigen. Durch die Vermeidung oder die Beherrschung dieser Faktoren lässt sich vieles bewirken. Regelmäßige geistige und körperliche Aktivität von jungen Jahren an bis ins hohe Alter, das sind wichtige Dinge, worauf man achten soll. Denn je früher wir etwas tun, umso widerstandsfähiger werden unsere Zellen gegen Schädigungen. Erhöhte Cholesterin- und Blutzuckerwerte, Bluthochdruck und Übergewicht gehören unter anderem zu den Risikofaktoren. Hier kann man jedoch entsprechend über die Ernährung etwas tun, mit einer mediterranen Kost zum Beispiel. Auch unbehandelte Depressionen sind ein Risikofaktor. Wünschenswert wäre, wenn der Patient selbst Symptome bemerkt, dass er möglichst schnell den Arzt aufsucht. Denn je früher eine ärztliche Abklärung erfolgt, umso erfolgreicher sind gegenwärtig die Behandlungsmöglichkeiten.Wo sehen sie als Medizinerin Handlungsbedarf? Fehrenbach: Die Erforschung der Krankheit ist leider noch nicht soweit vorangeschritten, wie wir das gerne hätten. Es fehlen einfach zu viele Informationen, um sie besser erforschen zu können. Ein Demenzregister, wie es Professor Matthias Riemenschneider vorgeschlagen hat, kann da eine sehr große Hilfe sein. Es ließen sich dadurch bessere Rückschlüsse ziehen, angefangen von der Wirksamkeit der Prävention über die Risikofaktoren bis hin zur Behandlung und Pflege. Weitere Informationen über das Alzheimertelefon (0 18 05) 33 63 69 (12 Cent pro Minute).