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Irgendwo zwischen Spaß und Wahnsinn

Irgendwo zwischen Spaß und Wahnsinn

Das Training vor dem Saisonstart sei noch intensiver und härter gewesen als in der letzten Bundesliga-Saison, sagt Royals-Trainer René Spandauw. An diesem Sonntag (15 Uhr, Stadtgartenhalle) wird sich gegen die TG Sandhausen zeigen, wie gut sein Team auf die neue Saison in der 2. Liga vorbereitet ist.

Saarlouis. "Der Trainer muss schon wahnsinnig sein", lacht Dieter Therre, Gesellschafter der M.U.T. Sportmarketing GmbH, des Lizenzinhabers der Saarlouis Royals. Denn für René Spandauw waren die letzten Wochen während der Vorbereitung auf die neue Saison oft eine Geduldsprobe. Nach dem Abstieg aus der 1. Liga musste der Cheftrainer eine komplett neue Mannschaft aufbauen. Das ist schwer, weil ein Großteil der Spielerinnen, vor allem die jungen, erst einmal die Spielsysteme verinnerlichen müssen. Spandauw muss anders rangehen als in den vergangenen Jahren bei den gestandenen Bundesliga-Spielerinnen. Mehr erklären, mehr korrigieren."Geduld ist eine meiner großen Stärken", betont Spandauw, "aber wenn es beim dritten oder vierten Mal immer noch nicht klappt", meint er, "kann ich auch schon mal explodieren!" Und trotzdem ist das Geschäft ganz einfach sein Ding. René Spandauw und die Saarlouis Royals. Große Namen und eine lange Geschichte, immer zwischen Genie und Wahnsinn. Noch vor zwei Jahren deutscher Meister und Pokalsieger. Doch dann der Abstieg. Am Sonntag nun das Auftaktspiel gegen Sandhausen. In der 2. Bundesliga Süd, mit einer komplett umgekrempelten Mannschaft. "Wir mussten ganz zurück zu den Details", erklärt Spandauw. Aber die Grundlagen sind eben die Basis für alles, was da kommen soll. Und die Royals haben sich viel vorgenommen. Schon bevor der Abstieg besiegelt war, hörte man aus den Reihen der Royals die neue Zielsetzung: direkter Wiederaufstieg. Der Druck ist also hausgemacht. "Die Erwartungshaltung im Umfeld, direkt wieder hochzugehen, ist definitiv da", bestätigt Pressesprecher Mike Caspers.

Für Spandauw heißt das konkret: Noch mehr Arbeit, und den Druck von der Mannschaft nehmen. "Wir haben viel darüber gesprochen", meint Spandauw, "die Spielerinnen sollen sich nicht zu sehr unter Druck setzen lassen", erklärt er. Er jedenfalls ist von seiner Mannschaft überzeugt. Mit Laura Rahn, Jamailah Adams und Merideth Marsh hat er Führungsspielerinnen. "Wir haben einen sehr jungen Kader. Aber die Qualität ist da. Wir müssen nur unsere Stärken ausspielen: Tempo und Intensität", meint Spandauw. Dann könne man auch oben mitspielen. Spandauw glaubt: "Es gibt keinen Favoriten. Es wird vier oder fünf Teams geben, die oben spielen, und zu denen gehören auch wir." Dann fügt er hinzu: "Die Mannschaft trainiert unglaublich hart und intensiv, sogar mehr als letztes Jahr. Das macht einfach riesigen Spaß!" Denn auch für ihn als Trainer ist nicht alles nur "Wahnsinn", sondern vor allem Spaß.

Die Herren des TV Saarlouis starten am Sonntag, 17.30 Uhr, in der Kreissporthalle gegen den SV Tübingen in die Regionalliga-Saison. > Seite D3

Auf einen Blick

Der Kader:

Meredith Marsh, 24, (kam aus Louisville, USA), Position: Aufbau. Spandauw über sie: "Gute Übersicht. Kann auch mal sieben Dreier in einem Spiel machen!"

Coleen Planeta, 24, (San Diego, USA), Flügel, Center. "Immer ein Anspielpunkt. Übernimmt Verantwortung."

Jamailah Adams, 18, Position: alles, außer Center. "Allrounderin mit Führungsqualitäten."

Laura Rahn, 26, Flügel, Center. Spandauw: "Unglaubliche körperliche Präsenz, sehr erfahren."

Levke Brodersen, 17, Aufbau. "Hochtalentiert. Braucht mehr Selbstvertrauen!"

Leonie Edringer, 17, Flügel, Center. "Sie ist ein großes Offensivtalent."

Gina Groß, 24, (Chemnitz), Aufbau. "Hat viel Übersicht und Erfahrung."

Sandra Wimmer, 18, (Bad Aibling), Aufbau. "Talent mit Führungsqualitäten. Derzeit leider am Knie verletzt."

Annika Klein, 20, (Bensberg), Flügel, Center. "Super Athletin, die selbst keine Ahnung hat, wie gut sie werden kann."

Daniela Beining, 27, (Saarbrücken), Flügel. "Muss sich ihre Minuten mit guter Verteidigung verdienen." aub