| 20:34 Uhr

Saarlouis
84-Jährige rast mit voller Wucht in Nähmaschinen-Laden

Das Auto rauschte in der Deutschen Straße in eine Schaufensterscheibe und richtete großen Schaden an.
Das Auto rauschte in der Deutschen Straße in eine Schaufensterscheibe und richtete großen Schaden an. FOTO: Dimitri Taube
Saarlouis. Von Dimitri Taube

Ein Auto ist am Freitagvormittag in das Schaufenster des Geschäftes „Nähmaschinen Garling“ in der Deutschen Straße 7 in Saarlouis gekracht. Die 84-jährige Fahrerin aus Saarlouis wurde leicht verletzt. Neben einem Schock erlitt sie eine Schulterprellung. Auch dem Hund der Fahrerin ist nichts passiert. Der Schaden an Gebäude und Auto beläuft sich auf rund 50 000 Euro.



Nach Polizeiangaben spielte sich der Unfall wie folgt ab: Die Frau fuhr gegen 11 Uhr mit ihrem 3er BMW in Richtung Großer Markt und bremste in der Mitte der verkehrsberuhigten Straße ab – aus bisher ungeklärten Gründen. Weil sie anschließend die linke Fahrbahn befuhr, stand das Auto schräg auf der Straße und hielt den übrigen Verkehr auf. Daraufhin war die Frau kurzzeitig irritiert. Sie lenkte nach rechts, raste auf das Nähmaschinen-Geschäft zu und kollidierte mit dem Unterbau des Schaufensters. Die Wucht war so stark, dass die Front des Ladens erheblich beschädigt wurde. Die etwa ein Zentimeter dicke Glasscheibe zerbrach in viele Einzelteile. Beim Aufprall brach auch die Vorderachse des Wagens. Er wurde mit Totalschaden abgeschleppt. Außerdem beschädigte die Frau mit ihrem Auto einen Baum und einen Stahlpfosten, der die Fahrbahn abgrenzte. Der Pfosten wurde aus der Verankerung gerissen.

Warum die 84-Jährige so schnell auf das Geschäft zuraste, war am Freitag noch unklar. Sie sagte gegenüber der Polizei aus, das Gaspedal ihres Automatikwagens hätte sich „verklemmt“. Ermittlungen in den kommenden Tagen sollen klären, ob es sich um einen technischen Defekt oder um eine Unaufmerksamkeit der Frau gehandelt hat.

Der Inhaber des Geschäftes, German Garling, war zum Unfallzeitpunkt in der Werkstatt im Keller des Hauses. Als er den Krach des Aufpralls und Schreie seiner Mitarbeiterin und einer Nachbarin hörte, eilte er nach oben. „Der Aufprall war richtig laut – als es schepperte, habe ich gedacht, hier bricht alles zusammen“, schildert er den Moment des Unfalls. Weil sich seine Mitarbeiterin im hinteren Bereich des Betriebes befand, blieb sie unverletzt.

„So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Garling. Ein Glaser, der sich nach dem Unfall den Schaden anschaute, meinte zu ihm, dass die Scheibe bei so einem Unfall wie eine Guillotine wirke. „Wir haben viel Glück gehabt, dass nichts Schlimmeres passiert ist“, sagt Garling.



Nun ersetzt eine Holzplatte die Glasfront. Das weitere Vorgehen hängt vom Hausbesitzer ab. Garling schätzt, dass acht bis zwölf Wochen für den Einbau eines neuen Schaufensters nötig sind. Für ihn umso ärgerlicher, weil das Geschäft gerade renoviert wird – ohne die Front und das Schaufenster, weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht.